Rezension: “ Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ von Andreas Altmann

Der Inhalt:

Andreas Altmann schreibt in “ Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ , wie der Titel schon aussagt, über seine überaus brutal und voller Gewalt erlebte Kindheit und Jugend in seinem Elternhaus in Altötting.

Altötting gilt als „heiliger“ Walfahrtsort, die Stadt selber wirbt mit dem Slogan “ Grüß Gott“ in Altötting, doch hinter der „heiligen“ Fassade im Altmann -Haus herrscht eine eisige ,von Gewalt beherrschende Tagesordnung. Andreas Altmann schildert in seinem Buch die brutalen Gewalttaten seines Vaters,der ehemalige SS- Mann, der nun wie ein Herrscher und Diktator seine Familie im Griff hat. Von außen der brave fast heilige Rosenkranzverkäufer, prügelt  er zuhause seine Frau und seine Kinder  ohne Kompromisse um den Verstand.

Meine persönliche Meinung:

Letztes Jahr habe ich Andreas Altmann „live“ auf einer Lesung zu “ Triffst du Buddha, töte ihn! “ gesehen, auf dieser Lesung hat er auch aus seinem aktuellen Buch “ Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ vorgelesen. Damals stockte mir der Atem, denn was er dort vorlas, war so hart , so grausam und so ungeheuerlich, dass ich erst gar nicht zuhören wollte. Ich konnte gar nicht fassen, dass dieser Mann, der vor mir saß, dieser toughe, erfahrene Weltenbummler so eine schrecklich brutale Kindheit und Jugend erlebt hatte. Diese Brutalität  kann man nicht in Worte fassen und wenn man das Buch liest, wird einem auch schnell klar, dass man so ,ohne  einen bleibenden Schaden zu bekommen ,nicht davon kommen kann.

Ich habe etwas länger zum lesen gebraucht, denn ich konnte das Buch nicht in einem Stück zuende lesen, ich musste zwischendurch immer mal Pause machen, um das gelesene zu verarbeiten. Dies ist kein Buch, dass man mal eben an einem schönen Sonntagnachmittag lesen kann, dies war mir aber vorab bewusst  und trotzdem wollte ich es lesen !!!

Altmanns Schreibstil ist durchaus schonungslos, nie jammerig aber voller Wahrheit. ich glaube ihm jedes einzelne Wort.

Auch das Nachwort, wo er darüber berichtet, dass seine Mutter ihn als Baby ersticken wollte, dies aber nicht geschafft hat, da die Wöchnerin schnell eingriff und das ganze Hintergrundinformationen, wie Er seine „Scheißjugend“ psychisch und physisch verarbeitet hat und von einer Psychotherapie in die nächste gerit, dann nach weiteren “ Fehlschlägen“ doch noch zu sich selber fand und nun um die ganze Welt reist und seine Berufung als Reisereporter , Schriftsteller und Reporter gefunden hat, fand ich sehr beeindruckend und schonungslos berichtet.

Kaum kann man sich vorstellen, dass dieser Mensch, der so viel grauenhaftes, schreckliches und gewaltvolles erlebt hat, doch noch sein Glück finden konnte. Ich finde es bemerkenswert, dass er sich auch getraut hat, über diese Ungeheuerlichkeit in seinem  Leben zu schreiben und auch finde ich es bemerkenswert, dass er schonungslos über Altötting, Pfarrer die Kinder missbrauchen, Prügel und Gewalt schreibt, die man an diesem „heiligen“ Ort nicht vermutet.

Fazit: Ein schonungslos, nie jammerig aber voller Wahrheit geschriebenes Buch , welches einem einen gewaltigen Schauer über den Rücken laufen lässt, denn es erzählt  die Lebensgeschichte eines Mannes und seiner Familie, die von Gewalt, Unterdrückung und Scheinheiligkeit geprägt wurde, es erzählt aber auch  die Geschichte eines Mannes, der es geschafft hat, darüber zu berichten , was ich persönlich ziemlich mutig finde, und der dadurch zu sich selber gefunden hat. 

Hierfür vergebe ich ♥♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

© Cover: Piper Verlag

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Ein Gedanke zu “Rezension: “ Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ von Andreas Altmann

  1. Man kann es heute gar nicht mehr vorstellen. Früher wurde offenbar nicht wenig geprügelt. Noch vor 5 Jahrzehnten durfte auch die Lehrlinge (heute sagt man AZUBI) geprügelt werden. Nicht in jedem Haushalt wurde geprügelt. Aus Erzählungen der Eltern weiß ich, daß auf dem Dorf die Strafaktionen auherhalb des Elternhauses vom Lehrer morgens in der Schule oder vom Pfarrer durchgeführt worden sind. Hatten die Jugendlichen etwas angestellt, petzten die Betroffenen beim Lehrer oder Pfarrer und am nächstem Tag: Gib ihm oder ihr. So war das.
    Übrigens, das Buch ist auch in meinem Lesestapel.
    C.H.

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