Buchrezension „Mitternachtsweg“ von Benjamin Lebert

Heute möchte ich euch das wunderbare Buch „Mitternachtsweg“ von Benjamin Lebert vorstellen.

ISBN: 978-3-455-40437-1
Seiten: 240
Preis: 18,00€

Der Inhalt (Quelle: Hoffmann und Campe):

„Wann immer wir von einer großen Liebe erzählen, erzählen wir letztlich eine Spukgeschichte.“

Benjamin Lebert erzählt von einer Liebe im Rhythmus der Gezeiten – und von der Faszination, die die Rätsel der Vergangenheit uns aufgeben.

Johannes Kielland ist ein junger Historiker, der seit seiner Kindheit ein leidenschaftlicher Sammler von Berichten über mystische Begebenheiten ist. Nun wird eine der Geschichten, die er ausgegraben hat, plötzlich lebendig. Die Frau eines in Sylt gestrandeten Toten wendet sich an ihn und erzählt ihm die Geschichte einer mysteriösen Beziehung und eines geheimnisvollen Handschuhs. Immer tiefer verstrickt sich Kielland in das fremde Schicksal, und die Wahrheit, nach der er sucht, erscheint unergründlich und trügerisch.

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, die beeindrucken, bleiben lange im Gedächtnis und passen einfach zu einer Person.

So erging es mir mit „Mitternachtsweg“ von Benjamin Lebert. Bereits auf der Frankfurter Buchmesse war ich begeistert von Buch und Autor. Die Textstellen, die Benjamin Lebert damals aus „Mitternachtsweg“ vorlas haben sich irgendwie tief in mir verankert und das Buch ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Manchmal findet man ein Buch, aber manchmal findet ein Buch auch einen Menschen und ich glaube, dieses Buch hat mich gefunden, wenn ich es so beschreiben will.

Benjamin Lebert erzählt in „Mitternachtsweg“ eine tiefschwarze Liebesgeschichte, die mich erschauern lies, aber gleichermaßen auch sehr fasziniert hat. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Historiker und Gothic-Fan  Johannes Kielland, der seit seiner Kindheit ein Faible für mystische Begebenheiten hat und Geschichten darüber sammelt. Johannes Kielland ist anders und fühlt sich von der dunklen Seite angezogen. Eines Tages jedoch findet eine Geschichte ihn, in Form von Helma Brandt, die Frau eines auf Sylt gestrandeten Toten, die sich an ihn wendet und ihm eine unglaubliche Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die Kielland selbst verändern wird und ihn in einen unheilvollen Strom bis hin in die Vergangenheit, in den Sommer 1939 zieht.

Der Schreibstil von Benjamin Lebert ist hier sehr bildgewaltig und poetisch. Ich liebe seinen Schreibstil, denn er hat etwas schaurig- romantisches an sich, was mir sehr gefällt. Die Geschichte wird in verschiedenen Ebenen erzählt, was sie tiefgründig macht und dadurch wird zusätzlich eine gute, konstante Spannung aufgebaut. Man merkt hier eindeutig, dass der Autor der Epoche der Romantik sehr zugetan ist, der Inhalt ist durchweg sehr melancholisch und von Sehnsucht gekennzeichnet. Die Liebe spielt hier natürlich auch eine zentrale Rolle, auch wenn Sie in einer unheimlichen und düsteren Form erscheint.

„Mitternachtsweg“ von Benjamin Lebert ist ein sehr spannend zu lesender, wunderbar poetisch und melancholischer Roman, der mich tief in seinen Bann gezogen und beeindruckt hat.

Ich freue mich auf weitere Geschichten von Benjamin Lebert.

Meine Lieblingszitate:

“Unser erster Besitz im Leben ist der Name. Der Name ist ein Gefäß, in das wir unser Leben hineingeben; das, was für die Begrabenen da drüben auf der anderen Straßenseite der Friedhof ist.”

“Nur zu gern wollte ich das Leben mit den Schatten verwechseln, die es warf. Schatten sind weich und tun nicht weh, und die Einsamkeit in den Schatten schien mir erträglicher als das Ringen um Licht, das Zeigen von körperlicher Präsenz.”

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

 

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