Buchrezension „Das geheime Prinzip der Liebe“ von Hélène Grémillon

Heute möchte ich euch „Das geheime Prinzip der Liebe“ von Hélène Grémillon näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-455-40096-0

Orginaltitel: Le confident
Belletristik
Einband:Schutzumschlag

256 Seiten

Erscheinungsdatum:17.02.2012
Übersetzung:Claudia Steinitz
Preis: 19,99€

Der Inhalt (Quelle: Hoffman und Campe):

Paris, 1975. Camilles Mutter ist bei einem Autounfall gestorben. Unter den Beileidsschreiben findet Camille einen rätselhaften Brief von einem Unbekannten, der die Geschichte einer jungen Frau erzählt: von Annie, der großen Liebe des Verfassers. Camille glaubt an eine Verwechslung, doch in den nächsten Tagen kommen weitere Briefe. Sie erzählen von der jungen Malerin Annie und ihrer wohlhabenden Gönnerin, die
seit langem vergeblich versucht, schwanger zu werden. Aus Dankbarkeit erklärt sich Annie bereit, ein Kind für sie zu empfangen und zur Welt zu bringen. Doch was gut gemeint war, wird bald zur Quelle von Eifersucht, Misstrauen und Hass, und irgendwann ist Annie spurlos verschwunden … Camille begreift
allmählich, dass diese Geschichte aus den Briefen weit mehr mit ihr zu tun hat, als ihr lieb ist.

Meine Meinung:

Wenn man zunächst den Titel „Das geheime Prinzip der Liebe“ hört, könnte man denken, es handelt sich hierbei um eine zart besaitete Liebesgeschichte. Doch der erste Eindruck trügt! In ihrem Debütroman erzählt die französische Autorin Hélène Grémillon keinesfalls eine zuckersüße Geschichte, sondern vielmehr handelt es sich hierbei um eine Tragödie, die sich mit dem Thema Leihmutterschaft in den späten dreißiger Jahren in Frankreich beschäftigt.

Die Geschichte handelt von zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Annie ist eine junge und künstlerisch talentierte Frau, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Die Pariserin Madame M. hingegen, ist eine lebenserfahrene und gebildete Frau, die in wohlhabenden Kreisen verkehrt. Ungeachtet ihrer Verschiedenheit, finden die Frauen zueinander und daraus bildet sich eine tiefe Freundschaft. Die starke Verbundenheit, die beide verbindet, bringt Annie dazu, dass sie ihrer Gefährtin einen Herzenswunsch erfüllen möchte, sie möchte das Kind für Madame M. austragen. Doch der Krieg rückt immer näher und zwischen den beiden Frauen ändert sich emotional etwas – und dies auf drastische Art und Weise. –

Was einst Freundschaft war, schlägt nun in tiefen Hass um.

Geschickt verbunden wird die Geschichte durch eine weitere Erzählung, die in den 1970er Jahren spielt und von der Verlagsdirektorin Camille handelt, die um ihre verstorbene Mutter trauert. Unmittelbar nach dem Tod ihrer geliebten Mutter, werden Camille absenderlose Briefe zugestellt, wo eine fremde Person ihr die Geschichte seiner großen Liebe Annie erzählt. Camille hält dies zunächst für ein großes Missverständnis, doch allmählich begreift sie, dass die Geschichte aus den Briefen weit mehr mit ihr zu tun hat, als ihr lieb ist.

Ich muss zugeben, dass mir der Debütroman von Hélène Grémillon überaus gut gefallen hat. Besonders der ständige Perspektivwechsel der Geschichte hat mich begeistert. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Camille, dem unbekannten Absender der Briefe und Madame M. geschildert. Dadurch erhält man jeweils einen anderen Blick auf die Geschichte und nimmt ständig andere Emotionen und Denkweisen wahr. Zusätzlich wird in der Geschichte eine kontinuierlich und gute Spannung aufgebaut, die dazu führt, dass man immer weiter in die Geschichte hineingezogen wird und gar nicht darum herum kommt, das Buch auch nur eine Sekunde aus der Hand legen zu wollen. Ebenfalls darf an dieser Stelle kurz verraten werden, dass der Schluss einfach grandios ist, denn dieser war überhaupt nicht vorhersehbar, was ich an guten Geschichten sehr schätze. ♥

Die Charaktere durchlaufen zudem eine emotionale Entwicklung. Die Autorin beschreibt hier sehr realitätsnah, wie Gefühle und Menschen sich verändern und wie sich Liebe und Freundschaft entwickeln und wie aus Freundschaft, tiefer Hass werden kann. Der Schreibstil ist hier sehr authentisch und abwechslungsreich und man konnte sich gut in die Geschichte einfühlen.

Fazit:

Ein spannender und abwechslungsreicher Roman, der sich mit den emotionalen Abgründen beschäftigt und mich sehr gut unterhalten hat. Ich freue mich auf weitere, tolle Bücher von Hélène Grémillon.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

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