Buchrezension „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky

Heute möchte ich euch gerne „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-462-04802-5

Erschienen am: 17.08.2015
160 Seiten, gebunden

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Preis: 16,00 € (D)

Der Inhalt (Quelle: Kiepenheuer & Witsch):

Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben im Niemandsland auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung. Auf kleinem Raum gelingt Alina Bronsky voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz eine märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige Geschichte.

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, die bleiben länger im Gedächtnis und bleiben dort schließlich auch haften. „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky ist solch ein Buch, woran ich mich noch lange Zeit zurückerinnern werde, da es mich sehr beeindruckt hat.

Es ist jetzt Wochen her, wo ich dieses Buch gelesen habe und ich habe dieses Buch wirklich schnell, auf einer Zugfahrt von Bergheim nach Wesel gelesen, die ungefähr 3 Stunden gedauert hat. Die Geschichte rund um die Hauptfigur „Baba Dunja“ kommt zunächst ruhig und heimelig daher, zeigt aber die harte Realität, die die Dorfbewohner des kleinen Ortes Tschernowo, was übrigens bei Tschernobyl liegt, tagtäglich ausgesetzt sind.

“ Was bedeutet Heimat?“ Um diese Frage dreht sich alles im Roman von Alina Bronsky und man fragt sich unweigerlich, ob man ebenfalls in einem Dorf leben könnte, wo alles verstrahlt ist und es in der näheren Umgebung nichts mehr gibt. Dieser Ort wird gemieden, da er als gefährlich gilt. Aber warum kehrt man an diesen Ort zurück, so abgeschnitten von der Außenwelt und lässt einen Teil der Familie in der sicheren Welt zurück? Warum möchte man allein leben, wenn man gemeinsam mit der Familie leben könnte? Ich wüsste nicht, ob ich dies könnte, aber die Hauptfigur „Baba Dunja“ führt genau solch ein hartes Leben und ist dabei glücklich. Und genau dies ist auch die Antwort, die Dorfbewohner, die im verlassenen Ort Tschernow leben, sind freiwillig dorthin zurückgekehrt und sind alle glücklich, obwohl sie alt und krank sind.

Um glücklich zu sein bedarf es keinen Luxus, wenn man ein einfaches Leben führt, schätzt man die einfachen Dinge des Alltages und freut sich über Kleinigkeiten.

Die Menschen im Dorf, die Baba Dunja als ihre „Anführerin“ gewählt haben, leben ein zufriedenes Leben. Eines Tages jedoch kommt ein Fremder ins Dorf und löst dort eine dunkle Unruhe aus, die das Dorfleben drastisch verändern wird. Die Abgründe der Menschen werden nun sichtbar und auch für Baba Dunja verändert sich ihr Leben drastisch und in ihrer eigenen Familie tun sich tiefe Abgründe auf.

Der Erzählstil in „Baba Dunjas letzte Liebe“ kommt leise und mit einer guten Prise schwarzen Humor daher. Die Wortwahl ist derweil poetisch und kommt oft märchenhaft daher. Der Inhalt ist sehr kraftvoll und beantwortet Fragen, die nicht ausgesprochen werden, man die Antwort darauf aber selbst findet. Ein richtig toller Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, da er absolut lesenswert ist.

Fazit: 

Ein kraftvolles Buch, welches sich mit der Thematik „Heimat“ beschäftigt und durch den ruhigen und ausgeglichenen Erzählstil ohne viel Schnickschnack auskommt. Die Inhaltliche Thematik und der poetische, oft märchenhafte Schreibstil, der mit einer Prise schwarzen Humor versehen ist, konnte mich absolut überzeugen. „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky wird mir noch lange in guter Erinnerung im Gedächtnis bleiben.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ (von: ♥♥♥♥♥)

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