Verstaubte Bibliotheken? – Ein Bericht über Vorurteile in einer modernen Bibliothek – Teil 2-

StaubigeBücher

Vor einiger Zeit habe ich bereits über Vorurteile in Bibliotheken und meinem Beruf berichtet (Hier der Bericht).  Nun möchte ich gerne darüber schreiben, wie mein Arbeitsalltag so aussieht.

Ich bin eine Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FaMI) und arbeite in der STADT.BIBLIOTHEK.BERGHEIM. Die STADT.BIBLIOTHEK.BERGHEIM ist eine öffentliche Bibliothek, dies bedeutet, dass jeder bei uns Medien ausleihen und die Bibliothek nutzen darf.

In der Bibliothek bin ich hauptsächlich für das Projekt „Biblioversum – Erlebe deine Bibliothek“ zuständig, welches ich vor zwei Jahren ins Leben gerufen habe. Hier organisiere ich Veranstaltungen und Workshops für Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren. So bieten wir in der Bibliothek beispielsweise Vorlesenachmittage mit basteln, Leseabende, Gaming-Abende, Beautytage für Mädels, DIY-Workshops, Radioworkshops, den Lesespaß in den Sommerferien, Tanzworkshops, Spieleabende, Weihnachtsaktionen … an. 😉

Neben der aktiven Suche nach Sponsoren, die dieses Projekt unterstützen, organisiere ich die Veranstaltungen und führe diese größtenteils mit meinen Kolleginnen und Kollegen durch. Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist hier sehr wichtig, so schreibe ich auch Pressemitteilungen und stehe in Kontakt zu verschiedenen Institutionen, Firmen und öffentlichen Einrichtungen. Diese Arbeit bereitet mir sehr große Freude und dort ist mein ganzes Herzblut enthalten. Mehr über das Projekt und die vielen Veranstaltungen findet ihr hier.

Darüber hinaus bin ich für das Lektorat X zuständig. Hier bestelle ich Medien  zu den Themenbereichen: Kochen und Backen, Garten, Wohnungseinrichtungen, Handarbeit, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischzucht und Haustiere und arbeite diese in unseren Bestandskatalog ein. Wenn die Medien nicht foliiert geliefert werden, binde ich diese auch mit Folie ein und signiere sie entsprechend. Natürlich muss man hier auch noch die Lieferkontrolle und Rechnungsbearbeitung durchführen. Auch muss ich dafür sorgen, dass mein Bestand immer aktuell gehalten wird und ich muss mich über Trends etc. informieren. Hierzu zählt auch, dass ich Medien aus dem Bestand nehme, die nicht mehr ausgeliehen werden oder kaputt sind.

Zusätzlich bin ich für die Redaktionsgruppe Cookies zuständig. Die Jugend-Redaktionsgruppe „Cookies” ist eine gemeinsame Redaktionsgruppe der Medienwerkstatt Rhein-Erft und der STADT.BIBLIOTHEK.BERGHEIM mit einem eigenen Magazin.Die Redaktionsgruppe entscheidet selbst, worüber sie gerne berichten möchte.Kontinuierlich wird so Fernseh-Know-How aufgebaut.Mehrmals im Jahr entsteht daraus eine Fernsehsendung, die über den Fernsehsender nrwision ausgestrahlt wird.

Auch Schulführungen für die 5. und 6. Klassen führe ich morgens durch, wenn die Bibliothek geschlossen hat. Viele Menschen denken immer, dass ich erst zu unseren Öffnungszeiten arbeite, aber wir sind schon früh morgens in der Bibliothek und arbeiten schon fleißig. Natürlich müssen auch die Medien zurücksortiert werden, dies machen alle Kollegen und hier ist man erst mal auch für eine Weile beschäftigt, weil man hier auch noch Regalordnung machen muss und für Ordnung sorgen muss. Letztens habe ich beispielsweise ganz viele Rosinen im Regal gefunden und meine Müsli-Bücher lagen in sämtlichen Regalen herum… Manchmal wundert man sich über nichts mehr.

So, dies war ein kleiner Einblick meines Arbeitsalltages und natürlich wird hier noch viel mehr gemacht, aber wenn ich wirklich alles aufschreiben würde, dann würde dieser Beitrag unerträglich lang werden.

Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Einblick in die Bibliothekswelt gewinnen und wenn ihr hier noch Fragen habt, dann dürft ihr mich gerne löchern. 🙂

P.S. Leider kann ich auf der Arbeit kaum etwas lesen. Ich lese in meiner Freizeit, da ich auf der Arbeit dazu einfach keine Zeit für finde. 😉

leseabend

Bei „Paules Leseabend“.

paulemitmir6_n

Paule Pinguin und ich.

 

 

 

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2 Gedanken zu “Verstaubte Bibliotheken? – Ein Bericht über Vorurteile in einer modernen Bibliothek – Teil 2-

  1. Liebe Jane,

    wieder ein ganz toller Einblick in deine Arbeit. Vielen Dank!
    Denn als Außenstehender sieht man gar nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt. Ich schätze, dass viele einfach denken, dass ihr nur Bücher kauft, diese in Regale räumt und ausleiht.
    Gerade aber deine Arbeit für das Projekt Biblioversum finde ich extrem spannend, da es viele Bereiche integriert. Genau so etwas würde mir nach meinem Studium auch total gefallen. Man arbeitet mit Büchern, aber genauso auch mit Menschen und organisiert tolle Veranstaltungen.

    Wie ich schon bei deinem ersten Bericht geschrieben habe, finde ich es toll, dass du diese Einblicke gibst und ich hoffe, dass noch weitere folgen werden.

    Liebe Grüße,
    Silke

    • Liebe Silke, vielen Dank. Es freut mich, dass du dich für meinen Beruf interessierst und ich dir ein paar Einblicke gewähren kann. 😀 Im Biblioversum steckt mein ganzes Herzblut drin und genau diese Mischung macht es, man arbeitet mit Büchern, hat viel mit Menschen zu tun und darf richtig tolle Veranstaltungen organisieren. Vielleicht gibt es bald auch noch einen weiteren Bericht. Ich überlege mir etwas. Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend. Jane

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