Buchrezension: Nur ein Tag von Gayle Forman

Heute möchte ich euch gerne den Roman

Nur ein Tag“ von Gayle Forman näher vorstellen.

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Gayle Forman

Nur ein Tag

Teil 1

Roman // Paperback
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer

Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50

ISBN: 978-3-8414-2106-7

Verlag: FISCHER FJB

Der Inhalt (Quelle: FISCHER FJB):

Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Als freier, ungebundener Schauspieler ist er all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihm nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Allyson erlebt einen Tag voller Abenteuer und Romantik, Freiheit und Nähe – bis Willem am nächsten Morgen nicht mehr da ist.

Ein überwältigendes Buch über Liebe, Identität und die Zufälle des Schicksals.

Meine Meinung:

„Nur ein Tag“ ist der erste Band des Roman-Duos „NUR EIN TAG… UND EIN GANZES JAHR“ von der Bestseller-Autorin Gayle Forman.  Besonders gereizt an diesem Roman hat mich die Tatsache, dass es der erste Band eines Duos ist und der erste Teil aus der Sicht der Protagonistin Allyson erzählt wird und der zweite Band aus der Sicht ihrer großen Liebe Willem wiedergegeben wird. Man kommt eigentlich gar nicht darum herum, beide Romane zu lesen, wenn man den Ausgang der Geschichte erfahren will. Mich hat dieses Konzept neugierig gemacht und deshalb fing ich voller Vorfreude an, den ersten Teil zu lesen.

Wie bereits zuvor erwähnt, wird die Geschichte „Nur ein Tag“ aus der Sicht von Allyson erzählt.

Allyson ist ein nettes Mädchen, wird jedoch extrem von ihren Eltern in ihrer Denkens- und Lebensweise beeinflusst und lebt ihr Leben sehr planmäßig und ordentlich.

Ihr Leben scheint akribisch vorgeplant und ist nicht sonderlich aufregend. Eines Tages jedoch, macht sie mit ihrer Freundin Mel eine Europareise und lernt dort, am letzen Tag der Reise, den großartigen Willem in London kennen. Willem ist das Gegenteil von Allyson, er ist ungebunden und frei, reist durch die Welt und arbeitet zeitweise als Schauspieler und führt mit einer alternativen Theatergruppe Shakespeare-Stücke auf. Nachdem Allyson am Vortag ihrer Abreise ein exzellent aufgeführtes Theaterspektakel dieser Schauspieltruppe miterlebt hat, trifft sie am Tag ihrer Abreise durch Zufall auf Willem. Spontan lädt er sie für einen Tag nach Paris ein. Eher untypisch für Allyson, sagt sie zu und beide verbringen einen wunderschönen und aufregenden Tag in der Stadt der Liebe. Am nächsten Tag ist Willem jedoch plötzlich und ohne Vorwarnung verschwunden und lässt Allyson allein zurück in der Metropole.

Was kann an einem Tag alles passieren? Ziemlich viel, wenn man diese Geschichte liest.

In diesem Roman findet man von Liebe über Spannung und Tragödie alles wieder. Für meinen Geschmack nun etwas zu viel, aber ich fühlte mich sehr gut unterhalten, auch wenn ich zu Beginn der Geschichte überhaupt nicht mit Allyson als Charakter klar kam. Allyson hat mich zeitweise schon sehr genervt und ich konnte nicht nachvollziehen, wie man sich so naiv und unselbstständig verhalten kann. Die Figur des Willem war für mich dagegen viel interessanter, was aber auch daran liegen könnte, dass man im ersten Band von ihm gar nicht so viel erfährt, da ja die ganze Geschichte aus der Sicht von Allyson erzählt wird. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Allyson aber weiter und verändert sich positiv und findet endlich zu sich selbst, was mich dann wieder beruhigt hat.

Das Erzähltempo war mir an einigen Leseabschnitten etwas zu schnell und der Inhalt kam mir ein bisschen unglaubwürdig herüber, da so viele Ereignisse, so schnell, im Laufe eines Tages aufeinander trafen und auf mich leider nicht real  und auch etwas übertrieben und klischeehaft wirkten.

Der Schreibstil ist hier sehr bildhaft und die Autorin hat viele Zitate von Shakespeare mit eingebaut, was mich sehr erfreut hat, da ich die Texte von Shakespeare liebe. Die Sprache ist einfach gehalten und  man konnte das Buch sehr schnell lesen und konnte schnell in die Welt von Allyson eintauchen.

Fazit: Ein schönes Jugendbuch. Trotz kleinerer Schwächen hat mich der Inhalt gut unterhalten und ich bin gespannt auf den zweiten Teil.

♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

Für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bedanke ich mich herzlich bei

FISCHER FJB und bei LovelyBooks. Vielen Dank. 🙂

 

Buchrezension: „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann

Heute möchte ich euch gerne „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-462-04793-6
Erschienen am: 08.10.2015
320 Seiten, gebunden

Preis: 18,99€ [D]

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Der Inhalt (Quelle: Kiepenheuer & Witsch):

Wie kaputt muss man sein, um bei jemandem an der Tür zu klingeln und zu behaupten, man sei der Tod? Was wie ein schlechter Scherz beginnt, ist der Auf-takt zu einem hinreißenden, nicht enden wollenden Wortgefecht zwischen dem Tod und dem Erzähler, in dem es um Liebe, Freundschaft und Glauben, um den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg zur Mutter und zu Johnny, dem kleinen Sohn des Erzählers, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat. Mit dabei: Sophia, die ruppig-souveräne und weise Exfreundin. Es ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle, die geprägt ist von der Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen aufwirft wie: Muss der Tod eigentlich pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? Und es geht um die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«? »Sophia, der Tod und ich« ist eine irrsinnig lustige, berührende Suada, druck- und kraftvoll in jeder Zeile. Die ganze Herrlichkeit des Lebens gefeiert in einem Buch.

Meine Meinung:

„Sophia, der Tod und ich“ ist der Debütroman des Tomte-Sängers Thees Uhlmann. Vorab möchte ich sagen, dass ich kein Fan der Band bin und ich das Buch nicht wegen dem Bekanntheitsgrad des Autors gelesen habe, sondern der Inhalt des Buches mich einfach gereizt hat.

Und darum geht es in den Roman: Es klingelt an der Tür und vor dem Erzähler steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet er wäre der Tod. Der Tod ist gerade dabei seinen Job auszuführen, da klingelt es erneut und Sophia, die Exfreundin des Erzählers steht vor der Tür und bringt das ganze Gleichgewicht des Sterbens durcheinander. Gemeinsam mit dem Tod und seiner Exfreundin Sophia, macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und seinem siebenjährigen Sohn, den er seit einer sehr langen Zeit nicht mehr gesehen hat, ihm aber tagtäglich eine Postkarte schreibt. Eine besondere Reise beginnt und Ziel der Reise ist das Sterben des Erzählers, der in den letzten Tagen seines Daseins, die Liebe in seinem Leben wiederfindet.

Was ich darüber denke:

Ich mag schräge Geschichten, die originell und anders sind und“Sophia, der Tod und ich“ ist genau solch eine Geschichte, die meinen Geschmack trifft. Ich fühlte mich beim lesen des Buches bestens unterhalten und auch öfters gelacht, da mich die ein oder andere Situation oder „Lebensweisheit“ dazu animiert haben.

Besonders die Figuren und deren Ausarbeitung mochte ich sehr, denn keine Figur war perfekt, sondern alle hatten ihre Ecken und Kanten und dies wirkte sehr natürlich auf mich. Die Figur des Todes mochte ich vor allen Dingen, den der Tod wird hier nicht als allmächtiger Vollstrecker dargestellt, sondern wirkt sehr menschlich und ist eher der freakige Kumpel von nebenan, der in seiner Art zwar eigen und ein wenig seltsam ist, man ihn aber trotzdem auf eine gewisse Art und Weise mag und gerne mit ihm abhängt. Wer stellt sich den Tod schon in der Kneipe vor, wo er genüsslich das ein oder andere Bier trinkt?

Die Dialoge, der Figuren untereinander, waren kurzlebig und in Alltagssprache gehalten. Auch der ein oder andere Wortwitz durfte hier nicht fehlen und hat die Geschichte rund und lebendig gemacht.

Der Schreibstil des Autors war für mich sehr melodisch, ein wenig frech und von einer Prise Melancholie durchzogen, was mir sehr gut gefallen hat und mich ungemein unterhalten hat.

Ein Buch über den Tod, mit dem Tod, aber eigentlich ein Plädoyer für das Leben!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Buchrezension: „Die Stadt der verschwundenen Köche“ von Gregor Weber

Heute möchte ich euch gerne „Die Stadt der verschwundenen Köche“ von Gregor Weber näher vorstellen.

 Autor: Gregor Weber

Paperback, Klappenbroschur, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8135-0605-1
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Knaus

Der Inhalt: (Quelle: Knaus Verlag)

Ein Roman über Freundschaft, Liebe und die pure Lust am Essen

Endlich: Erfolgsautor Gregor Weber („Kochen ist Krieg“) kehrt zurück in die Küche, aber anders als gedacht! In seinem neuen Roman, einer rasanten Mischung aus Retro-Science-Fiction à la Jules Verne, Steampunk und märchenhafter Parallelwelt, erzählt er mit überbordender Fantasie von Intrigen und Gaunereien in einer Welt, in der Kochen eigentlich verboten ist, Köche aber mit Gold aufgewogen werden. Atemlos verfolgt der Leser die Abenteuer von Carl Juniper, der sich nach einem Schiffsbruch vor Kap Hoorn in einer fremden Welt wiederfindet…

Meine Meinung:

In „Die Stadt der verschwundenen Köche“ erzählt der Erfolgsautor Gregor Weber die Geschichte von Carl Juniper, der Koch auf einen Luxusdampfer ist und sich durch die Hafenkneipen trinkt und sämtliche Bordelle in zahlreichen Ländern besucht. Eines Tages erleidet er plötzlich Schiffbruch und als er erwacht, findet er sich in einer fremden und düsteren Welt wieder, wo jegliche Lebensfreude und Genuss nicht existieren darf. Die Menschen arbeiten den ganzen Tag sehr hart und ernähren sich von Pillen, denn anderes Essen ist in dieser Gesellschaft strengstens untersagt und das Kochen ist strikt verboten. Es existieren jedoch geheime Küchen, wo Untergrund-Köche ihr gefährlichen Handwerk ausüben und dabei ihr Leben riskieren. Carl Juniper wird solch ein Untergrund- Koch und findet in der verbotenen Küche, neue Freunde und seine große Liebe, doch dann ändert sich sein Leben wieder drastisch…

Die Idee von einer Welt, wo das Essen und jeglicher Genuss verboten wird, hat mich Anfangs sehr gereizt, denn ich kann mir eine solche, trostlose Welt nicht vorstellen. Dies war auch der Grund, dass ich das Buch gelesen habe, denn ich wollte unbedingt erfahren, was dahinter steckt und warum es vom System verboten ist, dass man keine Nahrung zu sich nehmen darf und auch sonstige Freunde unterbunden wird. Ich stelle mir diese Welt sehr düster und grau vor und möchte in solch einer trostlosen Welt auch nicht leben.

Das Cover hat diesen Reiz zusätzlich noch verstärkt, denn das Buch ist in dunkel-blau-, schwarz- und grau-Tönen gehalten und macht einen düsteren Eindruck. Im Mittelpunkt des Bildes steht eine riesige, altmodische und dampfende Küche, die mich an eine Eisenbahn-Küche erinnert.

Auch die Idee von Untergrund-Köchen, die eigentlich nicht existieren dürfen, da kochen strengstens verboten ist und die Vorstellung von geheime Küchen, wo Essen zubereitet wird, fand ich interessant. Ich habe mich gefragt, wie diese Küchen unentdeckt bleiben können, wenn der Geruch von den Gerichten in der Luft liegt? Für wen wird dieses Essen zubereitet, wenn die Menschen keine andere Nahrung, außer den Pillen kennen? Wo kommen die Lebensmittel her?

Viele Fragen stellten sich mir also schon vorab und ich war gespannt, wie der Inhalt der Geschichte umgesetzt werden würde. Der Schreibstil des Autors hat mir zu Beginn noch gut gefallen, denn er hat viele Einzelheiten im Dunkeln gelassen, doch leider hat mir dies im Laufe der Geschichte überhaupt nicht mehr gefallen, da ich mir diese andere Welt gar nicht vorstellen konnte. Dies fand ich sehr Schade und man hat nicht wirklich etwas über die andere Gesellschaft und das System erfahren und auch viele Fragen, die ich mir gestellt habe, wurden überhaupt nicht beantwortet. Ich mag es eigentlich, wenn man zum Selbst denken animiert wird, jedoch waren einige Zusammenhänge nicht ganz logisch und die Geschichte war für mich nicht schlüssig.

Zu Beginn der Geschichte habe ich zudem noch gedacht,dass es in der anderen Welt überhaupt keine Frauen geben würde, da diese am Anfang, so gut wie gar nicht auftauchen. Doch dann plötzlich gibt es diese eine Frau, die alles verkörpert, was Männerfantasien höher schlagen lässt und natürlich verliebt sich unser Schiffskoch in sie.  Dies hat mir überhaupt nicht gefallen, denn die anderen Charaktere bis auf die Hauptfigur Carl Juniper wurden so in den Schatten gestellt, dass man überhaupt nichts über sie erfährt. Die Charaktere wirken blass und unnatürlich und man kann sich in keine Figur richtig hineinversetzen. Leider wurden hier keinerlei Emotionen geweckt und es hat mir keinen Spaß gemacht die Geschichte weiterzulesen. Ich habe mich durch die Seiten gequält, denn die Geschichte hatte zudem etlich Längen. Der Schluss wurde dann richtig spannend und dann kam plötzlich der Knall und die Geschichte war zu Ende.

Fazit: Die Grundidee von einer Welt, wo es keinen Genuss geben darf und in der Essen und das Kochen verboten ist, ist wirklich gut und weckt die Neugier.Es hapert hier jedoch an der Umsetzung. Leider war mir die Geschichte viel zu flach und ich konnte mich in die Charaktere überhaupt nicht hineinversetzten. Viele Fragen blieben offen und leider hatte die Geschichte auch etlich Längen und  ich konnte mir die andere Welt überhaupt nicht vorstellen, zudem wurden viele Fragen nicht beantwortet und die Handlung war oft schwammig und an einigen Stellen auch nicht logisch. Die Geschichte war für mich einfach zu schwach und hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Sorry! 😦

Meine Bewertung:

( von ♥♥♥♥♥)

Für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares möchte ich mich ganz herzlich beim Knaus Verlag und bei LovelyBooks bedanken. Vielen Dank. ❤

Buchrezension „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky

Heute möchte ich euch gerne „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-462-04802-5

Erschienen am: 17.08.2015
160 Seiten, gebunden

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Preis: 16,00 € (D)

Der Inhalt (Quelle: Kiepenheuer & Witsch):

Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben im Niemandsland auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung. Auf kleinem Raum gelingt Alina Bronsky voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz eine märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige Geschichte.

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, die bleiben länger im Gedächtnis und bleiben dort schließlich auch haften. „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky ist solch ein Buch, woran ich mich noch lange Zeit zurückerinnern werde, da es mich sehr beeindruckt hat.

Es ist jetzt Wochen her, wo ich dieses Buch gelesen habe und ich habe dieses Buch wirklich schnell, auf einer Zugfahrt von Bergheim nach Wesel gelesen, die ungefähr 3 Stunden gedauert hat. Die Geschichte rund um die Hauptfigur „Baba Dunja“ kommt zunächst ruhig und heimelig daher, zeigt aber die harte Realität, die die Dorfbewohner des kleinen Ortes Tschernowo, was übrigens bei Tschernobyl liegt, tagtäglich ausgesetzt sind.

“ Was bedeutet Heimat?“ Um diese Frage dreht sich alles im Roman von Alina Bronsky und man fragt sich unweigerlich, ob man ebenfalls in einem Dorf leben könnte, wo alles verstrahlt ist und es in der näheren Umgebung nichts mehr gibt. Dieser Ort wird gemieden, da er als gefährlich gilt. Aber warum kehrt man an diesen Ort zurück, so abgeschnitten von der Außenwelt und lässt einen Teil der Familie in der sicheren Welt zurück? Warum möchte man allein leben, wenn man gemeinsam mit der Familie leben könnte? Ich wüsste nicht, ob ich dies könnte, aber die Hauptfigur „Baba Dunja“ führt genau solch ein hartes Leben und ist dabei glücklich. Und genau dies ist auch die Antwort, die Dorfbewohner, die im verlassenen Ort Tschernow leben, sind freiwillig dorthin zurückgekehrt und sind alle glücklich, obwohl sie alt und krank sind.

Um glücklich zu sein bedarf es keinen Luxus, wenn man ein einfaches Leben führt, schätzt man die einfachen Dinge des Alltages und freut sich über Kleinigkeiten.

Die Menschen im Dorf, die Baba Dunja als ihre „Anführerin“ gewählt haben, leben ein zufriedenes Leben. Eines Tages jedoch kommt ein Fremder ins Dorf und löst dort eine dunkle Unruhe aus, die das Dorfleben drastisch verändern wird. Die Abgründe der Menschen werden nun sichtbar und auch für Baba Dunja verändert sich ihr Leben drastisch und in ihrer eigenen Familie tun sich tiefe Abgründe auf.

Der Erzählstil in „Baba Dunjas letzte Liebe“ kommt leise und mit einer guten Prise schwarzen Humor daher. Die Wortwahl ist derweil poetisch und kommt oft märchenhaft daher. Der Inhalt ist sehr kraftvoll und beantwortet Fragen, die nicht ausgesprochen werden, man die Antwort darauf aber selbst findet. Ein richtig toller Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, da er absolut lesenswert ist.

Fazit: 

Ein kraftvolles Buch, welches sich mit der Thematik „Heimat“ beschäftigt und durch den ruhigen und ausgeglichenen Erzählstil ohne viel Schnickschnack auskommt. Die Inhaltliche Thematik und der poetische, oft märchenhafte Schreibstil, der mit einer Prise schwarzen Humor versehen ist, konnte mich absolut überzeugen. „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky wird mir noch lange in guter Erinnerung im Gedächtnis bleiben.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ (von: ♥♥♥♥♥)

Buchrezension: „Wer ist Mr Satoshi“ von Jonathan Lee

Heute möchte ich euch gerne den Roman „Wer ist Mr Satoshi“ von Jonathan Lee näher vorstellen.

Originaltitel: Who is Mr Satoshi?
Originalverlag: Heinemann
Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75386-4
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50 * (* empf. VK-Preis)

Verlag: btb

Der Inhalt (Quelle: btb Verlag):

»Dieses Päckchen ist für Mr Satoshi. Wenn wir seine Adresse herausfinden.« So lauten die letzten Worte von Foss’ Mutter, während sie liebevoll einen abgeschabten Schuhkarton tätschelt. Und so entschließt sich der von Panikattacken heimgesuchte Fotograf, den rätselhaften Mr. Satoshi zu finden. Seine Reise führt ihn in die ebenso schrille wie geheimnisvolle Welt Japans. Bei seiner Suche entdeckt Foss, dass die Vergangenheit seiner Mutter mit einem herzzerreißenden Ereignis im Jahr 1946 verbunden ist. Aber weshalb will keiner darüber reden? Unterstützt von der pinkhaarigen Chiyoko deckt Foss die Lebens- und Liebeslügen seiner Eltern auf – und kommt der Frage, was im Leben wirklich zählt, ein ganzes Stück näher.

Meine Meinung:

Wenn ich an Japan denke, dann denke ich zunächst an bunte Lichter, an Reklame, überfüllte U-Bahnen, Tempel, Gärten, Tee und an eine faszinierende Kultur und auch das Buchcover von „Wer ist Mr Satoshi“ hat solch eine faszinierende Anziehungskraft auf mich gehabt, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte und ich richtig neugierig auf den Inhalt des Buches gemacht wurde.

Das Cover ist ganz schlicht und klassisch in weiß gehalten. In der Mitte befindet sich ein roter Punkt. Wie man unschwer erkennen kann, spiegelt sich hier die Japanische Flagge wieder. Im unteren Bereich des Covers sieht man eine in schwarz gehaltene, japanische Landschaft, die wie ein japanischer Garten aussieht. Auf einer Brücke inmitten dieses Gartens stehen zwei Personen, die man nicht erkennen kann. Das Cover wirkt sehr geheimnisvoll, da die Personen im Schatten stehen und man diese nicht erkennen kann und auch die Geschichte von „Wer ist Mr Satoshi“ ist sehr rätselhaft und mit einem Geheimnis versehen.

Im Mittelpunkt der Handlungen steht Robert Fossick, ein Fotograf, der von seinen Mitmenschen einfach nur Foss genannt wird. Seit einem traumatischen Erlebnis ist Robert Tablettenabhängig und meidet seine Umwelt und lebt ziemlich zurückgezogen und spürt auch kein Verlagen mehr danach seinen Beruf auszuführen. Einzig allein, um seine demenzkranke Mutter kümmert er sich. Eines Tages besucht er seine Mutter abermals im Seniorenheim und dort zeigt sie ihm unverhofft, ein mysteriöses Paket, welches unbedingt an einen „Mr Satoshi“ übergeben werden solle. Der Haken an der Sache sei, dass die Adresse nicht mehr aktuell ist und die richtige Adresse  erst noch herausgefunden werden müsse.

Kurz nach diesem Vorfall verstirbt Roberts Mutter plötzlich und Robert fragt sich nun, warum dieses Paket so wichtig für seine Mutter gewesen ist? Robert stellt sich etliche Fragen darüber und findet doch keine Antworten darauf. „Und wer ist dieser Mr Satoshi überhaupt?“ und „was hat seine Mutter damit zu tun?“

Die Neugierde siegt letztendlich und Robert macht sich auf den weiten Weg nach Japan um das Paket den besagten Mr. Satoshi zu überreichen.

Mehr werde ich an dieser Stelle nicht über den Inhalt verraten, denn man sollte diesen Roman unbedingt selber lesen! Es wird sich lohnen, versprochen! 😉

Der Schreibstil des Autors Jonathan Lee ist sehr durchdacht und die Geschichte gut konstruiert. Jonathan Lee spielt mit Worten und untermalt diese durch starke Bilder. Ich mag seine bildhafte Sprache und finde die Abgründe der menschlichen Psyche faszinierend, die er uns aufzeigt. Der Inhalt war sehr spannend und kurzweilig und ich fühlte mich bestens unterhalten.

Fazit:

Ein intelligent geschriebener Roman, voller Spannung, der bis in die Tiefen der menschlichen Psyche führen wird und mit starken Bildern glänzt. Bitte unbedingt lesen! 😉

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares möchte ich mich ganz herzlich beim btb Verlag bedanken! ❤

Buchrezension: „Ismaels Orangen“ von Claire Hajaj

Heute möchte ich euch gerne den Roman „Ismaels Orangen“ der Schriftstellerin Claire Hajaj näher vorstellen.

Originaltitel: Ishmael’s Oranges
Originalverlag: Oneworld Publications, London 2014
Aus dem Englischen von Karin Dufner

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten,13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-0516-5
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90 * (* empf. VK-Preis)

Verlag: Blanvalet

Der Inhalt (Quelle: Blanvalet):

Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?

Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben.

Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …

Meine Meinung:

„Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?“ Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man sich mit dem Roman „Ismaels Orangen“ von Claire Hajaj beschäftigt. Wenn man zunächst das blassgelbe Buchcover betrachtet, sieht man darauf in der Mitte einen leuchtenden Orangenbaum, der inmitten einer von Hitze gekennzeichneten Landschaft wächst und zahlreiche Früchte trägt. In der Nähe des Baumes sieht man einen Jungen, der davonrennt  und/oder eine andere Richtung einschlägt. Das Cover symbolisiert etwas von „zurücklassen“ bzw. „seine Heimat zu verlassen“ und der Baum in der Mitte steht für „Fruchtbarkeit“ und „Wachstum“. Bildlich passt das Buchcover hervorragend zum Inhalt des Buches und wurde meiner Meinung nach, sehr gut ausgewählt.

Thematisch beschäftigt sich die Geschichte mit dem Konflikt zwischen Israelis und  Palästinensern und das Land Israel, ein Land mit zwei Völkern, die sich tagtäglich, zahlreiche und sehr blutige Auseinandersetzungen liefern.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1948 und handelt von dem siebenjährigen Salim, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, der in der Hafenstadt Jaffa aufwächst.

Salim träumt davon, die ersten Früchte seines Orangenbaums ernten zu können, den seine Eltern zu seiner Geburt für ihn gepflanzt haben. Das Schicksal jedoch meint es anders mit ihm, denn schon sehr bald, muss seine Familie das Land und ihr Anwesen verlassen, da ihr Heimatland von Israelischen Truppen eingenommen wird. Die Familie flieht nach Nazareth und zerbricht dabei. Salim geht später nach England um dort zu studieren und ein besseres Leben zu führen.

In London schlägt das Schicksal erneut zu, doch diesmal erfreulicher und schöner, denn dort lernt Salim die Jüdin Judith kennen. Salim und Judith verlieben sich schließlich ineinander und zeigen ihrer Umgebung, dass ihre Liebe stärker ist als jeder kultureller Konflikt. Sie heiraten und bekommen zwei Kinder, doch das Leben geht oft andere Wege als gewünscht und das Schicksal nimmt erneut seinen Lauf und ändert ihr Leben auf dramatische Art und Weise, denn dort wo Liebe wächst, ist Hass, der Verlust mit sich bringt, nicht sehr weit entfernt.

Mir hat der Roman „Ismaels Orangen“ ausgesprochen gut gefallen, da die Geschichte mich inhaltlich sehr mitgerissen hat und die Thematik des Nahostkonfliks sehr gut in die Familiengeschichte mit eingebunden wurde. Durch die Verknüpfung der Thematik mit der Familiengeschichte, wirkt der Inhalt keineswegs künstlich oder abstrakt, sondern sehr realistisch und lebensnah. Claire Hajaj erschafft Bilder und erweckt sie in ihrem Werk zum Leben, so spürt man jeden noch so kleinen, raschelnden Grashalm unter seinen Füßen, oder sieht den leuchtenden Orangenhain mit seinen saftigen Früchten förmlich vor sich stehen. Der Erzählstil hat mir gut gefallen, jedoch war dieser an einigen Stellen etwas zu langatmig.

Die Botschaft dieser Geschichte ist indes einmalig schön und mit dem Wunsch von Frieden ohne Grenzen gekennzeichnet.

Fazit: Ein wunderbares Buch über eine Liebe, die kulturelle Grenzen überwindet und den Wunsch nach Freiheit und Frieden in sich trägt.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag Blanvalet bedanken! ❤

#wklm2015 – Tag 4 – Die Hälfte ist geschafft

 Tag 4 von Wörterkatze Lesesmarathon #wklm 2015 ist angebrochen und ich kann es gar nicht glauben,

dass die Hälfte schon geschafft ist. Wer noch mit machen möchte, der kann sich gerne noch bei Wörterkatze anmelden.

Leider kam ich noch gar nicht richtig voran, da ich Abends immer so müde war, aber ich denke, dies wird sich morgen ändern, denn da muss ich nur einen halben Tag arbeiten und habe dann ein wenig mehr Zeit :-).

Gestern Abend habe ich 54 Seiten gelesen und war schon sehr, sehr müde. Meine aktuelle Lektüre „Ismaels Orangen“ gefällt mir immer besser und wenn ich nicht immer so müde wäre, dann würde ich diesen Roman wohl in einem Rutsch lesen! Ich hoffe, dass ich die Geschichte morgen beenden werde und bin mal gespannt, wie weit ich heute kommen werde, denn ihr ahnt es bestimmt schon, ich bin heute wieder so müde. 😉

Klappentext von Blanvalet:

Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?

Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben.

Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …

21:00 Uhr: Ich musste heute lange arbeiten und habe erst jetzt Zeit zu lesen. Ich werde mich weiter mit „Ismaels Orangen“ beschäftigen und bin wirklich richtig gespannt, was mich heute erwarten wird. Ich denke, ich werde euch morgen berichten, wie das Buch mir gefällt, denn ich möchte nun unbedingt lesen und habe nun keine Zeit dafür.

Ich wünsche euch einen guten Abend und eine gute Nacht!

Liebe Grüße,

Jane ♥

Gelesen:

Bonsai von Alejandro Zambra (89 Seiten)

Ismaels Orangen von Claire Hajaj (lese ich gerade, 75 Seiten)

Vorherige Beiträge:

#wklm2015 -Tag 1 – Es geht los

#wklm2015 -Tag2 – Es wird weiter gelesen

#wklm2015 – Tag 3 – Ein neuer Tag und neues Leseglück