Buchrezension: „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann

Heute möchte ich euch gerne „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-462-04793-6
Erschienen am: 08.10.2015
320 Seiten, gebunden

Preis: 18,99€ [D]

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Der Inhalt (Quelle: Kiepenheuer & Witsch):

Wie kaputt muss man sein, um bei jemandem an der Tür zu klingeln und zu behaupten, man sei der Tod? Was wie ein schlechter Scherz beginnt, ist der Auf-takt zu einem hinreißenden, nicht enden wollenden Wortgefecht zwischen dem Tod und dem Erzähler, in dem es um Liebe, Freundschaft und Glauben, um den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg zur Mutter und zu Johnny, dem kleinen Sohn des Erzählers, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat. Mit dabei: Sophia, die ruppig-souveräne und weise Exfreundin. Es ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle, die geprägt ist von der Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen aufwirft wie: Muss der Tod eigentlich pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? Und es geht um die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«? »Sophia, der Tod und ich« ist eine irrsinnig lustige, berührende Suada, druck- und kraftvoll in jeder Zeile. Die ganze Herrlichkeit des Lebens gefeiert in einem Buch.

Meine Meinung:

„Sophia, der Tod und ich“ ist der Debütroman des Tomte-Sängers Thees Uhlmann. Vorab möchte ich sagen, dass ich kein Fan der Band bin und ich das Buch nicht wegen dem Bekanntheitsgrad des Autors gelesen habe, sondern der Inhalt des Buches mich einfach gereizt hat.

Und darum geht es in den Roman: Es klingelt an der Tür und vor dem Erzähler steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet er wäre der Tod. Der Tod ist gerade dabei seinen Job auszuführen, da klingelt es erneut und Sophia, die Exfreundin des Erzählers steht vor der Tür und bringt das ganze Gleichgewicht des Sterbens durcheinander. Gemeinsam mit dem Tod und seiner Exfreundin Sophia, macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und seinem siebenjährigen Sohn, den er seit einer sehr langen Zeit nicht mehr gesehen hat, ihm aber tagtäglich eine Postkarte schreibt. Eine besondere Reise beginnt und Ziel der Reise ist das Sterben des Erzählers, der in den letzten Tagen seines Daseins, die Liebe in seinem Leben wiederfindet.

Was ich darüber denke:

Ich mag schräge Geschichten, die originell und anders sind und“Sophia, der Tod und ich“ ist genau solch eine Geschichte, die meinen Geschmack trifft. Ich fühlte mich beim lesen des Buches bestens unterhalten und auch öfters gelacht, da mich die ein oder andere Situation oder „Lebensweisheit“ dazu animiert haben.

Besonders die Figuren und deren Ausarbeitung mochte ich sehr, denn keine Figur war perfekt, sondern alle hatten ihre Ecken und Kanten und dies wirkte sehr natürlich auf mich. Die Figur des Todes mochte ich vor allen Dingen, den der Tod wird hier nicht als allmächtiger Vollstrecker dargestellt, sondern wirkt sehr menschlich und ist eher der freakige Kumpel von nebenan, der in seiner Art zwar eigen und ein wenig seltsam ist, man ihn aber trotzdem auf eine gewisse Art und Weise mag und gerne mit ihm abhängt. Wer stellt sich den Tod schon in der Kneipe vor, wo er genüsslich das ein oder andere Bier trinkt?

Die Dialoge, der Figuren untereinander, waren kurzlebig und in Alltagssprache gehalten. Auch der ein oder andere Wortwitz durfte hier nicht fehlen und hat die Geschichte rund und lebendig gemacht.

Der Schreibstil des Autors war für mich sehr melodisch, ein wenig frech und von einer Prise Melancholie durchzogen, was mir sehr gut gefallen hat und mich ungemein unterhalten hat.

Ein Buch über den Tod, mit dem Tod, aber eigentlich ein Plädoyer für das Leben!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Buchrezension“Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“von A. J. Betts

Heute möchte ich euch „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe

von A. J. Betts vorstellen.

Dieser wunderbare Roman wurde mit dem renommierten Text Prize for Young Adult and Children’s Writing 2012 ausgezeichnet.

Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50 | SFR 21,90
ISBN: 978-3-596-85661-9

Der Inhalt (Quelle: S.Fischerverlage.de)

LIEBE IST STÄRKER ALS JEDE STATISTIK

Zwei Ich-Erzähler zum Verlieben erzählen ihre Geschichte einer unwahrscheinlichen Liebe

Kopf an Kopf liegen Zac und Mia in ihren Krankenhausbetten, nur durch eine dünne Wand getrennt. Alter: 16. Diagnose: Krebs. Gefühlszustand: isoliert und allein. Und aus ersten Klopfzeichen erwächst eine Liebe, die unter normalen Umständen niemals möglich gewesen wäre …

Meine Meinung:

„Die Unbeschreiblichkeit von Liebe“ von A.J. Betts ist ein sehr beeindruckendes Buch, welches mir sofort durch die Schlichtheit des wunderschönen Buchcovers in meiner Lieblingsbuchhandlung aufgefallen ist.

Auf den Cover befindet sich ein Vergissmeinnicht, welches auf einer „vergilbten“ Seite aufgeklebt ist.

Die Schlichtheit allein hat jedoch eine sehr große Aussagekraft. So sagt das Cover aus, dass Freundschaft und Liebe die Zeit überdauern kann und für immer da sein wird.

Im Buch geht es um die schreckliche Krankheit Krebs, aber was mich an dieser Geschichte wirklich beeindruckt hat ist, dass hier nicht die Krankheit im Vordergrund steht, sondern das Verhältnis von Menschen zueinander.

Die beiden Protagonisten Zac und Mia, die zur gleichen Zeit im Krankenhaus liegen, lernen sich zunächst erst nur durch Ihre Krankheit kennen, aber im Laufe der Geschichte wachsen Sie zusammen und lernen, dass Freundschaft, Familie und Liebe viel wichtiger sind, als oberflächliche Dinge, die wir Tag für Tag tun. Es gibt viel mehr, was wirklich wichtig im Leben ist und was wirklich zählt. Manchmal sind es die kleinen Dingen und Gesten, die Jemanden Mut und Hoffnung geben und so ein Leben, welches auch durch eine schwere Krankheit gezeichnet ist, wieder lebenswert macht.

Besonder beeindruckend ist hier, dass die Autorin A.J.Betts selber im Krankenhaus unterrichtet und die Jugendlichen, die sie dort kennengelernt hat, Sie zu dieser Geschichte inspiriert haben.

Die Geschichte selber ist sehr abwechslungsreich und der Schreibstil ist hier sehr flüssig. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, einmal aus der Sicht von Mia und einmal aus der Sicht von Zac. Durch diesen Perspektivwechsel lernt man die Figuren und ihre Gefühlswelt sehr gut kennen. Beide Charaktere „ticken“ unteschiedlich und vielleicht hätten sie sich ohne die Krankheit auch nie kennengelernt, aber das Schicksal geht manchmal ganz andere Wege und nun entwickelt sich ganz langsam eine Freundschaft und daraus wird ganz langsam Liebe. Bildlich gesehen könnte man es mit einer zarten Pflanze vergleichen, die langsam heranwächst und sich dann entwickelt und irgendwann wunderschöne Blüten tragen wird. Vielleicht könnte man es auch mit dem „Vergissmeinnicht“ auf dem Buchcover vergleichen, aber dies ist nur meine Sichtweise und Interpretation der Geschichte ;-).

Beim lesen der Geschichte wurde es mir nie langweilig und es gab auch einige Wendepunkte, die wirklich nicht vorhersehbar sind. Kontinuierlich wird ein guter Lesefluss beibehalten und zwischendurch wird auch immer ein wenig Spannung aufgebaut.

„Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ ist eine ruhige, aber sehr fesselnde Geschichte, die mich sehr berührt hat, da Sie mir gezeigt hat, dass die Hoffnung durch Leute, die einem wirklich wichtig sind im Leben, aufrechterhalten wird und es sich lohnt zu kämpfen. Bis zur letzten Seite ein wirklich lesenswertes Buch (nicht nur für Jugendliche).

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

Buchrezension „Death“ von Melvin Burgess

Der Inhalt:

Der 17-jährige Adam wächst ohne nennenswerte Perspektive in Manchester in England auf. Seine Familie ist mittellos, seit sein Vater einen verhängnisvollen Arbeitsunfall erlitt und auf Grund dessen, seine Familie nicht mehr ernähren kann.

Die Familie ist auf die finanzielle Unterstützung von Adams älteren Bruder Jess angewiesen, der mit seinem Gehalt, fortan versucht, die Familie finanziell über Wasser zu halten.

Adams Zukunft scheint aussichtslos, doch dann besucht er das letzte Konzert von „Jimmy Earle“, verabredet sich dort mit der wohlhabenden Lizzie, in die er schon lange Zeit verliebt ist, und erlebt „live“ mit, wie die Droge „Death“,die Welt verändert.

Kann „Death“ auch sein trostloses Leben verändern?

Meine Meinung:

Die Idee, die hinter den Roman „Death“ steckt, hat mich von Anfang an, sehr fasziniert. Es geht in dem Buch von Melvin Burgess um eine Kultdroge  „Death“, die jeder nehmen will und die total angesagt ist. Die Welt gerät aus den Fugen, es verändert sich etwas und der Auslöser dafür, ist eine kleine, unscheinbare Pille. Ich frage mich, kann eine Droge wirklich so viel bewegen?

Die Droge nicht alleine, aber Sie kann die Menschen, die Sie schlucken, verändern!

Mit „Death“ erlebt man den ultimativen Höhenflug, den absoluten Kick. Alles scheint möglich zu sein und man hat eine Woche lang dafür Zeit, den achten Tag erlebt man nicht mehr, sondern stirbt.

Warum möchte man sein Leben für eine künstliche Droge opfern? Fragen über Fragen, die ich mir diesbezüglich gestellt habe, bevor ich mit dem lesen anfing.

“ Und die Leute warfen die Dinger ein. Adam sah, wie sie die Köpfe zurückbogen und sich die Pillen in ihre Rachen schnippten.>> Leb schnelll, stirb jung!<<, brüllte der Typ.“

(„Death“ von Melvin Burgess, S. 23, 6-8)

Nach den Lesen der ersten Seiten, war ich bereits mitten im Geschehen drin und auch der flüssige Schreibstil hat es mir sehr leicht gemacht, das Buch sehr schnell zu lesen. Die Zeit beim lesen verging wie im Fluge und es wurde kontinuierlich eine derart große Spannung aufgebaut und beibehalten, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Man wird hier als Leser nicht verschont und die kühle und nüchtern, durchdachte Wortwahl, die passend zum Inhalt gewählt wurde, verstärkt dies noch. Es gibt einige Szenen im Buch, die sehr brutal beschrieben werden und für zart besaitete Menschen absolut nicht empfehlenswert sind. Der Autor beschreibt diese Szenen als sehr realistisch und trifft hier eine klare Wortwahl, es wird nichts umschrieben oder verschönt, was mir persönlich aber sehr gut gefallen hat, weil es zu der ganzen Geschichte passt!

Melvin Burgess hat mit „Death“  einen wirklich spannenden Thriller für Jugendliche verfasst, den auch Erwachsene bedenkenlos lesen können, denn hier wird nichts verschönt! Die Geschichte entwickelt sich rasant und auch die Botschaft, die dahinter steckt, hat mir sehr zugesagt und ich habe nach dem lesen noch darüber nachgedacht, ob ich mein Leben, auch wirklich lebe?

Fazit: Ein wirklich sehr, sehr spannendes und lesenswerte Jugendbuch, welches einige Thrillerelemente aufweist und eine  eindrucksvolle  Botschaft vermittelt!

Bewertung: ♥♥♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

Rezension: “ Zu Gast im eigenen Leben“ von Martell Beigang

Quelle: http://www.bloggdeinbuch.de/buch/234/

Martell Beigang – Zu Gast im eigenen Leben
Preis: 10€ bei  amazon.de
Verlag: Schardt Verlag Oldenburg
Seitenanzahl: 156; ISBN: 978-3-89841-586-6

 Über Blogg dein Buch habe ich die Möglichkeit erhalten “ Zu Gast im eingenen Leben“ von Martell Beigang zu lesen und renzensieren zu können. Meine  dazugehörige Rezension möchte ich euch nun vorstellen.

Der Inhalt:

Ben, ein junger Musiker muss sich in seinem Leben erst wieder zurecht  finden, denn gerade läuft es musikalisch und auch privat nicht so, wie er es sich gerne erhofft hätte. Seine Band die Servokings haben sich aufgelöst und  er vermisst seine große Liebe, seine Ex-Freundin: Tine, die er nun gerne an seiner Seite hätte, die sich aber irgendwo mit unbekannten Ziel in der Welt herumtreibt.

Ben überlegt, wie er sein Leben änderen kann und es bietet  ihm unverhofft die Chance eines Neuanfangs. Er hat die Chance kostenlos in einem Haus  in seinem alten und unbeliebten Heimatort: Quadrath- Ichendorfn zu wohnen, die einzige Bedingung: Ben muss auf dieses Haus aufpassen und es entsprechend versorgen und in Stand halten.

Auch Tine möchte er zurückerobern und startet den Versuch, auf sich durch kleine Videos im Internet aufmerksam zu machen und vielleicht erreicht er dadurch auch seine Ex- Freundin?

Meine Meinung:

Der Titel “ Zu Gast im eigenen Leben“ hat mich neugierig auf den Inhalt gemacht. Jeder kennt das Gefühl, etwas an seinem Leben ändern zu wollen , wenn man sich nicht mehr so wohl in der eigenen Haut fühlt und es Zeit für eine Veränderung ist. Ich war gespannt darauf, wie Ben dieses Ziel der Veränderung angehen wird und natürlich war ich auch neugierig darauf, ob es ihm auch gelingen wird.

Ein weiterer Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte, war die Tatsache, dass Ben zu seinem ungeliebten Heimatdorf: Quadrath- Ichendorf zurückkehrt. Ich selber kenne dieses Dorf , da ich in der Umgebung wohne und erhlich gesagt, kann ich Ben schon verstehen, dass man dorthin nicht unbedingt zurückkehren möchte. Auch meine Heimatstadt Bergheim und Köln tauchen im Roman auf und ich finde es immer sehr interessant, wenn man „bekannte“ Orte im Laufe der Geschichte wiederfindet.

Ich begann also mit Vorfreude die ersten Seiten zu lesen und muss leider zugeben, dass ich nicht so recht in die Geschichte hineingefunden haben, obwohl der Schreibstil eher einfach ist, aber für mich wurden die Seiten irgendwie nicht weniger und es hat sich alles ein wenig gezogen.

Dies kann aber auch daran liegen, dass es mich ein wenig genervt hat, wie Ben in Selbstmitleid zerfließt. Es war mir zwischendurch dann ein wenig zu viel davon. Gegen Mitte kam ich dann besser in die Geschichte ein und ich konnte das Buch dann auch recht zügig zu Ende lesen und das Ende war dann auch sehr schnell, aber auch schön romantisch 🙂

Etwas irritierend waren für mich auch die fehlenden Kapitel, ich hätte mir da eine  genauere Aufteilung gewünscht.

Leider hat mir im Großen und Ganzen das gewisse Etwas gefehlt, ich hatte mir mehr erhofft. Der Inhalt war für mich nichts wirklich Neues und es gibt viele Geschichten mit ähnlicher Handlung. Ich möchte die Geschichte nicht schlecht machen, doch leider wird sie mir nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben. Für Zwischendurch ist dieser Roman eine nette Zeitvertreibung und ich kann sie für eine Zugfahrt oder für´s Lesen an einem verregneten Tag oder vielleicht am Strand empfehlen.

Fazit: 

Eine nette Geschichte für zwischendurch, doch leider nichts Neues.

♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

Gute Laune

Heute morgen hatte ich noch gute Laune, doch leider verflog sie im laufe des Tages, deshalb möchte ich euch jetzt folgendes Bild mit Spruch posten, vielleicht finde ich  dadurch meine gute Laune dann ja morgen wieder!!!

© Foto: Christiane Schmidt

Rezension: “ Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ von Andreas Altmann

Der Inhalt:

Andreas Altmann schreibt in “ Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ , wie der Titel schon aussagt, über seine überaus brutal und voller Gewalt erlebte Kindheit und Jugend in seinem Elternhaus in Altötting.

Altötting gilt als „heiliger“ Walfahrtsort, die Stadt selber wirbt mit dem Slogan “ Grüß Gott“ in Altötting, doch hinter der „heiligen“ Fassade im Altmann -Haus herrscht eine eisige ,von Gewalt beherrschende Tagesordnung. Andreas Altmann schildert in seinem Buch die brutalen Gewalttaten seines Vaters,der ehemalige SS- Mann, der nun wie ein Herrscher und Diktator seine Familie im Griff hat. Von außen der brave fast heilige Rosenkranzverkäufer, prügelt  er zuhause seine Frau und seine Kinder  ohne Kompromisse um den Verstand.

Meine persönliche Meinung:

Letztes Jahr habe ich Andreas Altmann „live“ auf einer Lesung zu “ Triffst du Buddha, töte ihn! “ gesehen, auf dieser Lesung hat er auch aus seinem aktuellen Buch “ Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ vorgelesen. Damals stockte mir der Atem, denn was er dort vorlas, war so hart , so grausam und so ungeheuerlich, dass ich erst gar nicht zuhören wollte. Ich konnte gar nicht fassen, dass dieser Mann, der vor mir saß, dieser toughe, erfahrene Weltenbummler so eine schrecklich brutale Kindheit und Jugend erlebt hatte. Diese Brutalität  kann man nicht in Worte fassen und wenn man das Buch liest, wird einem auch schnell klar, dass man so ,ohne  einen bleibenden Schaden zu bekommen ,nicht davon kommen kann.

Ich habe etwas länger zum lesen gebraucht, denn ich konnte das Buch nicht in einem Stück zuende lesen, ich musste zwischendurch immer mal Pause machen, um das gelesene zu verarbeiten. Dies ist kein Buch, dass man mal eben an einem schönen Sonntagnachmittag lesen kann, dies war mir aber vorab bewusst  und trotzdem wollte ich es lesen !!!

Altmanns Schreibstil ist durchaus schonungslos, nie jammerig aber voller Wahrheit. ich glaube ihm jedes einzelne Wort.

Auch das Nachwort, wo er darüber berichtet, dass seine Mutter ihn als Baby ersticken wollte, dies aber nicht geschafft hat, da die Wöchnerin schnell eingriff und das ganze Hintergrundinformationen, wie Er seine „Scheißjugend“ psychisch und physisch verarbeitet hat und von einer Psychotherapie in die nächste gerit, dann nach weiteren “ Fehlschlägen“ doch noch zu sich selber fand und nun um die ganze Welt reist und seine Berufung als Reisereporter , Schriftsteller und Reporter gefunden hat, fand ich sehr beeindruckend und schonungslos berichtet.

Kaum kann man sich vorstellen, dass dieser Mensch, der so viel grauenhaftes, schreckliches und gewaltvolles erlebt hat, doch noch sein Glück finden konnte. Ich finde es bemerkenswert, dass er sich auch getraut hat, über diese Ungeheuerlichkeit in seinem  Leben zu schreiben und auch finde ich es bemerkenswert, dass er schonungslos über Altötting, Pfarrer die Kinder missbrauchen, Prügel und Gewalt schreibt, die man an diesem „heiligen“ Ort nicht vermutet.

Fazit: Ein schonungslos, nie jammerig aber voller Wahrheit geschriebenes Buch , welches einem einen gewaltigen Schauer über den Rücken laufen lässt, denn es erzählt  die Lebensgeschichte eines Mannes und seiner Familie, die von Gewalt, Unterdrückung und Scheinheiligkeit geprägt wurde, es erzählt aber auch  die Geschichte eines Mannes, der es geschafft hat, darüber zu berichten , was ich persönlich ziemlich mutig finde, und der dadurch zu sich selber gefunden hat. 

Hierfür vergebe ich ♥♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

© Cover: Piper Verlag

Zitat von Carmen Sylva

Heute möchte ich euch dieses Zitat von Carmen Sylva näher bringen:

„Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten,

aus denen wir unser Leben zusammenzimmern „ ( Carmen Sylva)

rosafarbender Himmel

© Foto: Christiane Schmidt