Buchrezension: „Ellbogen“ von Fatma Aydemir

Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich euch den Debütroman „Ellbogen“ von Fatma Aydemir vorstellen.Aydemir_25441_MR1.indd

Buchrezension: „Die sieben Türen“ von Daniel Sánchez Pardos

Heute möchte ich euch den Roman

Die sieben Türen“ von Daniel Sánchez Pardos näher vorstellen.

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€ 16,00 [D], € 13,99 E-Book [D]

Erschienen am 01.08.2016

544 Seiten, Klappenbroschur

Übersetzt von: Alice Jakubeit

ISBN: 978-3-492-06047-9

ISBN E-Book: 978-3-492-97513-1

Verlag: Piper

Der Inhalt (Quelle: Piper)

Barcelona 1874: Ein mysteriöser Brand, ein brutaler Mord, eine Geheimgesellschaft

Barcelona, 1874. Gabriel Camarasa wird beinahe von einer Straßenbahn überfahren, als ihm im letzten Moment ein junger Mann das Leben rettet: Antoni Gaudí. Schnell freunden sich die beiden an. Als Gabriels Vater unter Verdacht steht, seinen Geschäftspartner erstochen zu haben, begeben sich die jungen Männer zusammen mit Gabriels Freundin Fiona auf die Suche nach dem wahren Täter. Die führt sie zu Barcelonas geheimnisvollsten Orten: in das Lokal »Die sieben Türen«, in »Das Theater der Träume« – und geradewegs in die Fänge einer skrupellosen Geheimgesellschaft …

Ein genialer Krimi, der nicht nur von einem der berühmtesten Architekten unserer Zeit erzählt, sondern auch von einer der schönsten Städte unserer Erde.

 Meine Meinung:

Ich mag die Stadt Barcelona und liebe Geschichten, die dort spielen. Aus diesem Grund wollte ich auch unbedingt „Die sieben Türen“ von Daniel Sánchez Pardos lesen.

Der Klappentext erschien vielversprechend und ich hoffte auf eine spannende und mitreisende Story, die mich in das alte und dunkle Barcelona entführen würde.

Zu Beginn der Geschichte konnte ich dieses Barcelona auch finden, doch schnell merkte ich, dass der Inhalt sehr langatmig werden würde. Der Autor beschreibt die verschiedenen Szenen sehr detailgetreu und man konnte sich die Umgebung sehr gut vorstellen. Ich hätte mir gewünscht, dass einige Szenen etwas kürzer gewesen wären. Das Drumherum war einfach zu viel und dadurch ging sehr viel Spannung verloren. Ich habe die Geschichte wirklich sehr, sehr langsam gelesen, da mich der Inhalt leider nicht mitreisen konnte und ich  nicht wirklich in die Geschichte eintauchen konnte. Ich fühlte mich an vielen Stellen leider schnell gelangweilt und hoffte still und heimlich auf ein Highlight, doch dieses kam leider nie. Auch habe ich mir von einem Krimi aus der Zeit von 1874 mehr vorgestellt. Der Schreibstil wurde zwar passend für diese Zeit gewählt, sehr detailliert und teilweise etwas verschnörkelt poetisch, doch zu den Charakteren fand ich keinerlei Verbindung und war auch leider besonders von Antoni Gaudí sehr enttäuscht. Dieser Charakter war sehr schwer zu durchschauen und es lag für mich die ganze Zeit ein großer Schatten über ihm. Was mir allerdings gut gefallen hat, war das authentische Bild der damaligen Gesellschaft und ihren unterschiedlichen Schichten, auch die politischen Hintergründe wurden aufgefasst und gut in die Geschichte mit eingebaut.

Leider konnte mich die Geschichte jedoch nicht begeistern, denn es fehlt mir hier eindeutig die Spannung und der Inhalt war viel zu langatmig. Ich habe mich durch die Seiten gequält.

Meine Bewertung:

♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

Für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares möchte ich mich ganz herzlich bei Piper und netgalley bedanken. ♥

Buchrezension: Nur ein Tag von Gayle Forman

Heute möchte ich euch gerne den Roman

Nur ein Tag“ von Gayle Forman näher vorstellen.

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Gayle Forman

Nur ein Tag

Teil 1

Roman // Paperback
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer

Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50

ISBN: 978-3-8414-2106-7

Verlag: FISCHER FJB

Der Inhalt (Quelle: FISCHER FJB):

Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Als freier, ungebundener Schauspieler ist er all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihm nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Allyson erlebt einen Tag voller Abenteuer und Romantik, Freiheit und Nähe – bis Willem am nächsten Morgen nicht mehr da ist.

Ein überwältigendes Buch über Liebe, Identität und die Zufälle des Schicksals.

Meine Meinung:

„Nur ein Tag“ ist der erste Band des Roman-Duos „NUR EIN TAG… UND EIN GANZES JAHR“ von der Bestseller-Autorin Gayle Forman.  Besonders gereizt an diesem Roman hat mich die Tatsache, dass es der erste Band eines Duos ist und der erste Teil aus der Sicht der Protagonistin Allyson erzählt wird und der zweite Band aus der Sicht ihrer großen Liebe Willem wiedergegeben wird. Man kommt eigentlich gar nicht darum herum, beide Romane zu lesen, wenn man den Ausgang der Geschichte erfahren will. Mich hat dieses Konzept neugierig gemacht und deshalb fing ich voller Vorfreude an, den ersten Teil zu lesen.

Wie bereits zuvor erwähnt, wird die Geschichte „Nur ein Tag“ aus der Sicht von Allyson erzählt.

Allyson ist ein nettes Mädchen, wird jedoch extrem von ihren Eltern in ihrer Denkens- und Lebensweise beeinflusst und lebt ihr Leben sehr planmäßig und ordentlich.

Ihr Leben scheint akribisch vorgeplant und ist nicht sonderlich aufregend. Eines Tages jedoch, macht sie mit ihrer Freundin Mel eine Europareise und lernt dort, am letzen Tag der Reise, den großartigen Willem in London kennen. Willem ist das Gegenteil von Allyson, er ist ungebunden und frei, reist durch die Welt und arbeitet zeitweise als Schauspieler und führt mit einer alternativen Theatergruppe Shakespeare-Stücke auf. Nachdem Allyson am Vortag ihrer Abreise ein exzellent aufgeführtes Theaterspektakel dieser Schauspieltruppe miterlebt hat, trifft sie am Tag ihrer Abreise durch Zufall auf Willem. Spontan lädt er sie für einen Tag nach Paris ein. Eher untypisch für Allyson, sagt sie zu und beide verbringen einen wunderschönen und aufregenden Tag in der Stadt der Liebe. Am nächsten Tag ist Willem jedoch plötzlich und ohne Vorwarnung verschwunden und lässt Allyson allein zurück in der Metropole.

Was kann an einem Tag alles passieren? Ziemlich viel, wenn man diese Geschichte liest.

In diesem Roman findet man von Liebe über Spannung und Tragödie alles wieder. Für meinen Geschmack nun etwas zu viel, aber ich fühlte mich sehr gut unterhalten, auch wenn ich zu Beginn der Geschichte überhaupt nicht mit Allyson als Charakter klar kam. Allyson hat mich zeitweise schon sehr genervt und ich konnte nicht nachvollziehen, wie man sich so naiv und unselbstständig verhalten kann. Die Figur des Willem war für mich dagegen viel interessanter, was aber auch daran liegen könnte, dass man im ersten Band von ihm gar nicht so viel erfährt, da ja die ganze Geschichte aus der Sicht von Allyson erzählt wird. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Allyson aber weiter und verändert sich positiv und findet endlich zu sich selbst, was mich dann wieder beruhigt hat.

Das Erzähltempo war mir an einigen Leseabschnitten etwas zu schnell und der Inhalt kam mir ein bisschen unglaubwürdig herüber, da so viele Ereignisse, so schnell, im Laufe eines Tages aufeinander trafen und auf mich leider nicht real  und auch etwas übertrieben und klischeehaft wirkten.

Der Schreibstil ist hier sehr bildhaft und die Autorin hat viele Zitate von Shakespeare mit eingebaut, was mich sehr erfreut hat, da ich die Texte von Shakespeare liebe. Die Sprache ist einfach gehalten und  man konnte das Buch sehr schnell lesen und konnte schnell in die Welt von Allyson eintauchen.

Fazit: Ein schönes Jugendbuch. Trotz kleinerer Schwächen hat mich der Inhalt gut unterhalten und ich bin gespannt auf den zweiten Teil.

♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

Für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bedanke ich mich herzlich bei

FISCHER FJB und bei LovelyBooks. Vielen Dank. 🙂

 

Buchrezension: „Auerhaus“ von Bov Bjerg

Heute möchte ich euch gerne den Roman „Auerhaus“ von Bov Bjerg näher vorstellen.

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Auerhaus

18,00 (D)// Gebunden mit ausklappbarem Vorsatz, 240 Seiten

Blumenbar
ISBN: 978-3-351-05023-8

Der Inhalt (Klappentext Blumenbar):

Sechs Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht in Ordnern mit der Aufschrift Birth – School – Work – Death abgeheftet werden. Deshalb ziehen sie gemeinsam ins Auerhaus. Eine Schüler-WG auf dem Dorf – unerhört. Aber sie wollen nicht nur ihr Leben retten, sondern vor allem das ihres besten Freundes Frieder. Denn der ist sich nicht so sicher, warum er überhaupt leben soll.
Bov Bjerg erzählt mitreißend und einfühlsam von Liebe, Freundschaft und sechs Idealisten, deren Einfallsreichtum nichts weniger ist als Notwehr gegen das Vorgefundene. Denn ihr Ringen um das Glück ist auch ein Kampf um Leben und Tod.

Meine Meinung:

Auf den Roman „Auerhaus“ von Bov Bjerg bin ich durch die vielen und positiven Besprechungen aufmerksam geworden. Ich gehe zwar nicht jeden Hype nach, aber der Inhalt hat mich schon sehr neugierig gemacht, so dass ich das Buch sehr gerne lesen wollte.

Das Buchcover ist in einem satten Orangeton gehalten. Die Schrift und die Symbole, eine Regenwolke und eine Wolke, wo die Sonne durchbricht, sind sehr natürlich in einem Beigeton gehalten. Die Farbe Orange ist lebendig und steht für Wärme und wirkt sich positiv auf die Psyche aus. Die Farbe Beige unterstützt die positive Wirkung. Die gewählten Symbole  lassen mich an das Sprichwort “ Auf Regen folgt Sonnenschein“ denken und ich assoziere damit das Leben, die Freude und die Trauer. Auch erinnert mich die Gestaltung des Buchdeckels sofort an ein Jugendbuch.

Zum Inhalt:

Bov Bjerg erzählt in seinen Roman „Auerhaus“ die Geschichte von Frieder und seinen Freunden, die gemeinsam in einer Art Jugendwohngemeinschaft, dem Auerhaus, leben. Das Haus hat seinen besonderen Namen übrigens von den Nachbarn erhalten, die aus seinem Inneren ständig den Song „Our House“ von Madness hörten.

Die Bewohner des Auerhaus sind anders! Dies merkt man augenblicklich, wenn der Autor durch ihre skurril anmutende Gedankenwelt führt. Eines, jedoch verbindet sie, sie möchten ihren Freund Frieder vor einem erneuten Selbstmordversuch schützen. Gemeinsam leben sie ihr junges und unbekümmertes Leben, welches in Wahrheit gar nicht so unbekümmert erscheint.

Man stelle sich eine Gruppe Jugendlicher vor, die alle ihr persönliches Päckchen mit Problemen mit sich herumtragen und fortan ihr Leben gemeinsam in einem Haus verbringen werden, wo sie keinerlei Kontrolle ausgesetzt sind und den Alltag nach ihren eigenen Regeln gestalten. Dies schreit förmlich nach Chaos und klingt ein wenig verrückt, was es auch genau genommen ist, da die Jugendlichen förmlich ins kalte Wasser geworfen werden und ganz allein und ohne jegliche Unterstützung, mit ihrem Leben, dem Alltag und dem Erwachsenwerden, zurechtkommen müssen.

Anderseits unterstützen sie sich gegenseitig und verbreiten gemeinsam ein Sammelsurium von Chaos, indem sie ihre eigenen Regeln aufstellen und so die unbeschwerteste und schönste Zeit ihres Lebens erleben werden, bevor schließlich die harte Realität durchgreifen wird und alles verändern wird.

Erzählt wird die Geschichte in einer leichten Sprache, die gut auf die jugendlichen Charaktere abgestimmt ist. Der Schreibstil ist hier sehr flüssig und man kann den Roman relativ schnell lesen. Besonders gut hat mir gefallen, dass man sich mitten im Zentrum der Geschichte wiederfindet und als stiller Beobachter alles mitbekommt. Und auch das Zusammenspiel zwischen Freude und Trauer, Glück, Unbeschwertheit und Melancholie hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte hat mich zum lachen gebracht, aber zusätzlich auch sehr nachdenklich gestimmt. Teilweise muss ich aber zugeben, dass mich der Inhalt an manchen Stellen nicht so überzeugen konnte, da die Handlung nicht immer gut nachvollziehbar war und dadurch etwas realitätsfremd auf mich wirkte.

Meine Bewertung:

♥♥♥ (von ♥♥♥♥♥)

 

Buchrezension: „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr

Heute möchte ich euch gerne „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr vorstellen.

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Roman

7. Auflage 2015. 519 S.: Gebunden

ISBN 978-3-406-68063-2

Von Anthony Doerr. Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence

Erschienen: 11.03.2015

Preis: 19,95 €[D]

Verlag: C.H.BECK

Der Inhalt: (Quelle: C.H.BECK)

Saint-Malo 1944: Die erblindete Marie-Laure flieht mit ihrem Vater, einem Angestellten des „Muséum National d’Histoire Naturelle“, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer. Verborgen in ihrem Gepäck führen sie den wahrscheinlich kostbarsten Schatz des Museums mit sich.

Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert und landet auf Umwegen in einer Spezialeinheit der Wehrmacht, die die Feindsender der Widerstandskämpfer aufzuspüren versucht. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, der die Résistance mit Daten versorgt … Hochspannend und mit einer außergewöhnlichen Sprachkunst erzählt Anthony Doerr die berührende Geschichte von Marie-Laure und Werner, deren Lebenswege sich für einen schicksalsträchtigen Augenblick kreuzen.

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, die liest man und danach wird man den Inhalt nicht mehr so schnell vergessen. „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr ist ein solches Buch! Den Roman habe ich schon vor einiger Zeit gelesen, doch die Geschichte hat sich so tief in mein Gedächtnis gebrannt, dass die Geschichte noch immer präsent ist. Warum hat mich das Buch so beeindruckt?

Es ist die wunderbare, fast schon märchenhafte Sprache, die eigentlich im Kontrast zum harten Inhalt steht. Die Geschichte spielt zur Zeit des zweiten Weltkrieges und erzählt werden abwechselnd, die Lebensgeschichten von zwei Jugendlichen, die unabhängig voneinander aufwachsen und grundverschieden leben.

Die erblindete Marie-Laure ist ein französisches Mädchen, das zusammen mit ihrem Vater in Paris lebt. Ihr Vater ist ein angesehener Museumsschlosser, der im berühmten „Musee d’Histoire Naturelle“ in Paris arbeitet. In seiner Freizeit fertigt er Miniatur-Wohnviertel für seine Tochter an, damit diese lernt, sich durch tasten und erfühlen, auch in der realen Welt zurecht zu finden. Während der Besetzung in Paris, fliehen Vater und Tochter nach Saint-Malo zu ihrem verschrobenen Onkel.

Die andere Lebensgeschichte, die erzählt wird, ist die Geschichte von Werner Hausner. Werner lebt in Deutschland und wächst dort, zusammen mit seiner Schwester, in einem Waisenhaus im Ruhrgebiet auf. Werner ist ein wissbegieriger Junge und schon in frühen Jahren zeigt sich sein technisches Talent. Dieses Talent bleibt von den Nazis nicht lange unentdeckt und wird gefördert, so dass Werner über Umwege, in einer Spezialeinheit der Wehrmacht landet, die die Feindsender der Widerstandskämpfer aufzuspüren versucht.

In Saint-Malo verbinden sich die Lebensgeschichten von Werner Hausner und Marie-Laure für einen kurzen Augenblick.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn man sollte das Buch schon selber lesen. Ich möchte betonen, dass sowohl Marie-Laure wie auch Werner Hausner mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen sind. Beide Hauptpersonen werden sehr sanft und liebevoll umschrieben, was natürlich im Kontrast zur harten Realität des Krieges steht. Krieg ist grausam und diese gesamte Grausamkeit, der Hass und die Angst kommen auch deutlich rüber. Doch es gibt auch diese Lichtblicke in der Geschichte, die kurz aufleuchten und in Form der wunderschönen Sprache etwas Magisches an sich haben und tief berühren werden. Mich hat das Buch jedenfalls sehr beeindruckt und auch emotional berührt und ich muss gestehen, dass ich auch die ein oder andere Träne vergossen habe.

Ich kann das Buch uneingeschränkt und ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen. Man sollte dieses Buch unbedingt lesen und sich auch nicht von den 519 Seiten abschrecken lassen.

Der Roman „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr hat den Pulitzer-Preis für Literatur gewonnen.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Buchrezension: „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann

Heute möchte ich euch gerne „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-462-04793-6
Erschienen am: 08.10.2015
320 Seiten, gebunden

Preis: 18,99€ [D]

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Der Inhalt (Quelle: Kiepenheuer & Witsch):

Wie kaputt muss man sein, um bei jemandem an der Tür zu klingeln und zu behaupten, man sei der Tod? Was wie ein schlechter Scherz beginnt, ist der Auf-takt zu einem hinreißenden, nicht enden wollenden Wortgefecht zwischen dem Tod und dem Erzähler, in dem es um Liebe, Freundschaft und Glauben, um den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg zur Mutter und zu Johnny, dem kleinen Sohn des Erzählers, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat. Mit dabei: Sophia, die ruppig-souveräne und weise Exfreundin. Es ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle, die geprägt ist von der Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen aufwirft wie: Muss der Tod eigentlich pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? Und es geht um die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«? »Sophia, der Tod und ich« ist eine irrsinnig lustige, berührende Suada, druck- und kraftvoll in jeder Zeile. Die ganze Herrlichkeit des Lebens gefeiert in einem Buch.

Meine Meinung:

„Sophia, der Tod und ich“ ist der Debütroman des Tomte-Sängers Thees Uhlmann. Vorab möchte ich sagen, dass ich kein Fan der Band bin und ich das Buch nicht wegen dem Bekanntheitsgrad des Autors gelesen habe, sondern der Inhalt des Buches mich einfach gereizt hat.

Und darum geht es in den Roman: Es klingelt an der Tür und vor dem Erzähler steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet er wäre der Tod. Der Tod ist gerade dabei seinen Job auszuführen, da klingelt es erneut und Sophia, die Exfreundin des Erzählers steht vor der Tür und bringt das ganze Gleichgewicht des Sterbens durcheinander. Gemeinsam mit dem Tod und seiner Exfreundin Sophia, macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und seinem siebenjährigen Sohn, den er seit einer sehr langen Zeit nicht mehr gesehen hat, ihm aber tagtäglich eine Postkarte schreibt. Eine besondere Reise beginnt und Ziel der Reise ist das Sterben des Erzählers, der in den letzten Tagen seines Daseins, die Liebe in seinem Leben wiederfindet.

Was ich darüber denke:

Ich mag schräge Geschichten, die originell und anders sind und“Sophia, der Tod und ich“ ist genau solch eine Geschichte, die meinen Geschmack trifft. Ich fühlte mich beim lesen des Buches bestens unterhalten und auch öfters gelacht, da mich die ein oder andere Situation oder „Lebensweisheit“ dazu animiert haben.

Besonders die Figuren und deren Ausarbeitung mochte ich sehr, denn keine Figur war perfekt, sondern alle hatten ihre Ecken und Kanten und dies wirkte sehr natürlich auf mich. Die Figur des Todes mochte ich vor allen Dingen, den der Tod wird hier nicht als allmächtiger Vollstrecker dargestellt, sondern wirkt sehr menschlich und ist eher der freakige Kumpel von nebenan, der in seiner Art zwar eigen und ein wenig seltsam ist, man ihn aber trotzdem auf eine gewisse Art und Weise mag und gerne mit ihm abhängt. Wer stellt sich den Tod schon in der Kneipe vor, wo er genüsslich das ein oder andere Bier trinkt?

Die Dialoge, der Figuren untereinander, waren kurzlebig und in Alltagssprache gehalten. Auch der ein oder andere Wortwitz durfte hier nicht fehlen und hat die Geschichte rund und lebendig gemacht.

Der Schreibstil des Autors war für mich sehr melodisch, ein wenig frech und von einer Prise Melancholie durchzogen, was mir sehr gut gefallen hat und mich ungemein unterhalten hat.

Ein Buch über den Tod, mit dem Tod, aber eigentlich ein Plädoyer für das Leben!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Buchrezension „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky

Heute möchte ich euch gerne „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-462-04802-5

Erschienen am: 17.08.2015
160 Seiten, gebunden

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Preis: 16,00 € (D)

Der Inhalt (Quelle: Kiepenheuer & Witsch):

Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben im Niemandsland auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung. Auf kleinem Raum gelingt Alina Bronsky voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz eine märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige Geschichte.

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, die bleiben länger im Gedächtnis und bleiben dort schließlich auch haften. „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky ist solch ein Buch, woran ich mich noch lange Zeit zurückerinnern werde, da es mich sehr beeindruckt hat.

Es ist jetzt Wochen her, wo ich dieses Buch gelesen habe und ich habe dieses Buch wirklich schnell, auf einer Zugfahrt von Bergheim nach Wesel gelesen, die ungefähr 3 Stunden gedauert hat. Die Geschichte rund um die Hauptfigur „Baba Dunja“ kommt zunächst ruhig und heimelig daher, zeigt aber die harte Realität, die die Dorfbewohner des kleinen Ortes Tschernowo, was übrigens bei Tschernobyl liegt, tagtäglich ausgesetzt sind.

“ Was bedeutet Heimat?“ Um diese Frage dreht sich alles im Roman von Alina Bronsky und man fragt sich unweigerlich, ob man ebenfalls in einem Dorf leben könnte, wo alles verstrahlt ist und es in der näheren Umgebung nichts mehr gibt. Dieser Ort wird gemieden, da er als gefährlich gilt. Aber warum kehrt man an diesen Ort zurück, so abgeschnitten von der Außenwelt und lässt einen Teil der Familie in der sicheren Welt zurück? Warum möchte man allein leben, wenn man gemeinsam mit der Familie leben könnte? Ich wüsste nicht, ob ich dies könnte, aber die Hauptfigur „Baba Dunja“ führt genau solch ein hartes Leben und ist dabei glücklich. Und genau dies ist auch die Antwort, die Dorfbewohner, die im verlassenen Ort Tschernow leben, sind freiwillig dorthin zurückgekehrt und sind alle glücklich, obwohl sie alt und krank sind.

Um glücklich zu sein bedarf es keinen Luxus, wenn man ein einfaches Leben führt, schätzt man die einfachen Dinge des Alltages und freut sich über Kleinigkeiten.

Die Menschen im Dorf, die Baba Dunja als ihre „Anführerin“ gewählt haben, leben ein zufriedenes Leben. Eines Tages jedoch kommt ein Fremder ins Dorf und löst dort eine dunkle Unruhe aus, die das Dorfleben drastisch verändern wird. Die Abgründe der Menschen werden nun sichtbar und auch für Baba Dunja verändert sich ihr Leben drastisch und in ihrer eigenen Familie tun sich tiefe Abgründe auf.

Der Erzählstil in „Baba Dunjas letzte Liebe“ kommt leise und mit einer guten Prise schwarzen Humor daher. Die Wortwahl ist derweil poetisch und kommt oft märchenhaft daher. Der Inhalt ist sehr kraftvoll und beantwortet Fragen, die nicht ausgesprochen werden, man die Antwort darauf aber selbst findet. Ein richtig toller Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, da er absolut lesenswert ist.

Fazit: 

Ein kraftvolles Buch, welches sich mit der Thematik „Heimat“ beschäftigt und durch den ruhigen und ausgeglichenen Erzählstil ohne viel Schnickschnack auskommt. Die Inhaltliche Thematik und der poetische, oft märchenhafte Schreibstil, der mit einer Prise schwarzen Humor versehen ist, konnte mich absolut überzeugen. „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky wird mir noch lange in guter Erinnerung im Gedächtnis bleiben.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ (von: ♥♥♥♥♥)