Buchrezension: „Das Leben nach Boo“ von Neil Smith

Heute möchte ich euch den Roman „Das Leben nach Boo
von Neil Smith näher vorstellen.

g-smith-neil-das-leben-nach-boo
Roman
Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek

416 Seiten. Gebunden. Lesebändchen.
€ 24,00   €[A] 24,70
ISBN: 978-3-89561-496-5

Der Inhalt (Quelle: Schöffling & Co.)

Oliver »Boo« Dalrymple ist dreizehn Jahre alt, hochbegabt, wenig beliebt und vor allem tot. Gerade noch hat er an seinem Schulspind gestanden, in das Periodensystem vertieft, da findet er sich im Wiedergeburtsraum eines seltsamen Jenseits wieder. Dort begrüßt ihn Thelma, ein schwarzes Mädchen, das in den sechziger Jahren gelyncht wurde, und erklärt ihm, was es damit auf sich hat: In einer von Mauern umgebenen Stadt leben ausschließlich verstorbene amerikanische Jugendliche seines Alters. Quicklebendig verbringen sie ihre Zeit wie auf einem großen Schulhof, sausen auf Fahrrädern umher und werden von einem hippiehaften Gott namens Zig mit allem versorgt, was Dreizehnjährige zum Leben brauchen.
Boo hat gerade begonnen, sich an das Nachleben zu gewöhnen, als sein ehemaliger Klassenkamerad Johnny in der Stadt auftaucht und ein überraschendes neues Licht auf seine Vergangenheit wirft. Auf der Suche nach der brutalen Wahrheit wird ihre gerade erst geschlossene Freundschaft ernsthaft auf die Probe gestellt.

Meine Meinung:

Ich stelle dieses Buch vor, da es meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte! Der Roman“ Das Leben nach Boo“ von Neil Smith ist anders! Anders, aber gut und erfrischend skurril. Dieser Roman war meine Urlaubslektüre in Ibiza und hat mich wirklich sehr gut unterhalten. Man muss diese Art von Geschichten mögen, die ungewöhnlich und ein wenig verrückt sind. Da ich diese Art von Erzählungen sehr mag, konnte dieser Roman mich auch wirklich sehr begeistern.

Die Geschichte spielt im Jahr 1979. Die Hauptfigur ist Boo, der eigentlich Oliver Dalrymple heißt und in Amerika lebt. Den Namen „Boo“ erhielt er von seinen Klassenkameraden, die ihn nicht mögen und ihm diesen Namen wegen seiner hellen Haut und seinem hochstehenden Haar gegeben haben. Oliver ist hochintelligent, gilt leider aber auch als Außenseiter. Er hat keine Freunde und lebt sein Leben als eine Art Nerd.  Er ist 13 Jahre alt und wird es auch für immer bleiben, denn er ist tot.
Plötzlich findet Oliver sich im „Himmel“ wieder, der ganz anders ist, als es in den üblichen Vorstellungen der Menschen beschrieben wird. In einer Art Wiedergeburtsraum erwacht er und lernt dort die anderen Bewohner „der Stadt“ kennen, die so den  Ort des Nachlebens nennen.
Aus dem Jenseits heraus versucht Oliver in Kontakt mit seinen Eltern zu treten. Er schreibt ihnen in einer Art Handbuch und berichtet dort über sein Nachleben. Anfangs geht Oliver noch davon aus, dass er durch sein löchriges Herz zu Tode gekommen ist, denn von Geburt an litt er unter einem Herzfehler.  Doch dann taucht eines Tages plötlich sein Mitschüler Johnny in der Stadt auf und schlagartig wendet sich die Geschichte.  Johnny berichtet ihm, dass er nicht an einem Herzfehler starb, sondern  in der Schule erschossen wurde. Unverzüglich begeben sich Boo und Johnny nun auf die Suche nach „Gunboy“, der ebenfalls neu in der Stadt eingetroffen sein soll.

Wie man bereits an der Beschreibung der Handlung merkt, ist diese Geschichte wirklich kurios. Trotz des ernsten Themas musste ich oft schmunzeln, denn zwischen den Sätzen taucht immer mal wieder eine zarte Ironie auf.
Boo und seine Eltern sind Atheisten und man geht davon aus, dass Atheisten sich kaum oder überhaupt eine Vorstellung über den Himmel und wie es dort aussehen könnte, machen. Boo schreibt seinen Eltern hier beispielsweise detailiert auf, dass es dort auch Ananas zu essen gäbe und dass es sie mehr Dosenananas als frische Ananas zu essen bekämen.
Wer macht sich auch schon Gedanken darüber, welche Zahnpasta es im Himmel verwendet wird? Auch hier weiß Boo die Antwort und schreibt seinen Eltern in einer Art Handbuch, dass sie sich dort mit doppeltkohlensaurem Natron (Natriumcarbonat), was sie auf ihre Zahnbürsten streuen, die Zähne putzen würden.

Auch wird Gott als eine Art Hippie dargestellt, den alle „Zig“ nennen und noch nie zu Gesicht bekommen haben. Gott wird hier nicht als gütig und unfehlbar beschrieben, sondern taucht als exzentrisches Blumenkind mit einer künstlerischen Ader auf, der verwaschene Jeans mit Gänseblümchenmustern und Flip-Flops trägt.
Ständig vermurkst Zig etwas, so sind beispielsweise die Toiletten in der Stadt andauernd bis zum Überlaufen verstopft und die Kids müssen selbst schauen, wie sie dieses Problem lösen.

Der Autor schafft durch seine detaillierten Beschreibungen eine neue und fantastische Welt, die eben anders ist.
So finden sich in diesem speziellen Jenseits,  wo sich nun auch Boo befindet, ausschließlich  13-jährige Amerikaner wieder. In der Vorstellung der anderen Bewohner soll es aber noch weitere Städte geben, also eine Stadt für jedes Alter. Hierbei handelt es sich aber rein um Spekulationen, da ihre Stadt von hohen Mauern umgeben ist.

Und auch ist diese Geschichte ernst, todernst und geht in die Tiefe.
Es wird eine Art Hetzjagd auf den Mörder von Boo beschrieben. Die Jugendlichen sind in ihrer Stadt auf sich allein gestellt und machen ihre eigenen Regeln. Das Kommando haben hier die „guten“Jugendlichen, die ihre Lebensweise den anderen Jugendlichen aufdrücken wollen. Die Gewaltbereitschaft, die in jedem Menschen schlummert, kommt hier drastisch zum Vorschein und man merkt sehr schnell, dass dieser Himmel nicht so friedlich und schön ist, wie man sich das so vorstellt und dass hier die Gier nach Rache ebenfalls sehr groß ist.

Ich möchte nun nicht mehr so viel vom Inhalt verraten, denn man sollte dieses Buch einfach lesen!
Zu erwähnen bleibt noch, dass dieses Buch sowohl von Erwachsenen wie auch von Jugendlichen sehr gut gelesen werden kann. Der Verlag zeichnet dieses Buch nicht expliziert als Jugendbuch aus, allerdings wird der Roman, der bereits 2015 auf dem amerikanisch-kanadischen Buchmarkt erschienen ist, auch schon als Schullektüre für Schüler ab 14 Jahren verwendet.

Das Cover passt ebenfalls sehr gut zum Inhalt. Es ist eigentlich schlicht gehalten, doch durch seine Farbwahl sehr auffällig. Hier gibt es übrigens 11 verschiedene Farbvariatnen von, so dass jeder sein Lieblingscover finden sollte.

Fazit:
Ein Buch was definitiv anders ist, aber anders gut!
Hier gibt es eine eindeutige Leseempfehlung von mir. Die Geschichte ist einzigartig, tiefgehend, abwechslungsreich und weist viele Wendungen auf. Der Schreibstil ist locker, abwechslungsreich und sehr detailiert. Beim Lesen wird es definitiv nie langweilig werden, denn für Abwechslung ist hier bestens gesorgt.
Wer diesen Roman nicht lesen möchte, verpasst wirklich was.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

„Die Geschichte von Boo“ habe ich am 06.06.2017 auf einem gemeinsamen Vorleseabend von der Buchhandlung Mayersche Moewes und der STADT.BIBLIOTHEK.BERGHEIM vorgestellt und einige Passagen daraus vorgelesen. Das Publikum war begeistert und ich finde, dieser Roman sollte wirklich viel mehr Aufmerksamkeit erhalten. 😉

Habt ihr das Buch schon gelesen?

Buchrezension: „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann

Heute möchte ich euch gerne „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-462-04793-6
Erschienen am: 08.10.2015
320 Seiten, gebunden

Preis: 18,99€ [D]

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Der Inhalt (Quelle: Kiepenheuer & Witsch):

Wie kaputt muss man sein, um bei jemandem an der Tür zu klingeln und zu behaupten, man sei der Tod? Was wie ein schlechter Scherz beginnt, ist der Auf-takt zu einem hinreißenden, nicht enden wollenden Wortgefecht zwischen dem Tod und dem Erzähler, in dem es um Liebe, Freundschaft und Glauben, um den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg zur Mutter und zu Johnny, dem kleinen Sohn des Erzählers, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat. Mit dabei: Sophia, die ruppig-souveräne und weise Exfreundin. Es ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle, die geprägt ist von der Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen aufwirft wie: Muss der Tod eigentlich pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? Und es geht um die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«? »Sophia, der Tod und ich« ist eine irrsinnig lustige, berührende Suada, druck- und kraftvoll in jeder Zeile. Die ganze Herrlichkeit des Lebens gefeiert in einem Buch.

Meine Meinung:

„Sophia, der Tod und ich“ ist der Debütroman des Tomte-Sängers Thees Uhlmann. Vorab möchte ich sagen, dass ich kein Fan der Band bin und ich das Buch nicht wegen dem Bekanntheitsgrad des Autors gelesen habe, sondern der Inhalt des Buches mich einfach gereizt hat.

Und darum geht es in den Roman: Es klingelt an der Tür und vor dem Erzähler steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet er wäre der Tod. Der Tod ist gerade dabei seinen Job auszuführen, da klingelt es erneut und Sophia, die Exfreundin des Erzählers steht vor der Tür und bringt das ganze Gleichgewicht des Sterbens durcheinander. Gemeinsam mit dem Tod und seiner Exfreundin Sophia, macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und seinem siebenjährigen Sohn, den er seit einer sehr langen Zeit nicht mehr gesehen hat, ihm aber tagtäglich eine Postkarte schreibt. Eine besondere Reise beginnt und Ziel der Reise ist das Sterben des Erzählers, der in den letzten Tagen seines Daseins, die Liebe in seinem Leben wiederfindet.

Was ich darüber denke:

Ich mag schräge Geschichten, die originell und anders sind und“Sophia, der Tod und ich“ ist genau solch eine Geschichte, die meinen Geschmack trifft. Ich fühlte mich beim lesen des Buches bestens unterhalten und auch öfters gelacht, da mich die ein oder andere Situation oder „Lebensweisheit“ dazu animiert haben.

Besonders die Figuren und deren Ausarbeitung mochte ich sehr, denn keine Figur war perfekt, sondern alle hatten ihre Ecken und Kanten und dies wirkte sehr natürlich auf mich. Die Figur des Todes mochte ich vor allen Dingen, den der Tod wird hier nicht als allmächtiger Vollstrecker dargestellt, sondern wirkt sehr menschlich und ist eher der freakige Kumpel von nebenan, der in seiner Art zwar eigen und ein wenig seltsam ist, man ihn aber trotzdem auf eine gewisse Art und Weise mag und gerne mit ihm abhängt. Wer stellt sich den Tod schon in der Kneipe vor, wo er genüsslich das ein oder andere Bier trinkt?

Die Dialoge, der Figuren untereinander, waren kurzlebig und in Alltagssprache gehalten. Auch der ein oder andere Wortwitz durfte hier nicht fehlen und hat die Geschichte rund und lebendig gemacht.

Der Schreibstil des Autors war für mich sehr melodisch, ein wenig frech und von einer Prise Melancholie durchzogen, was mir sehr gut gefallen hat und mich ungemein unterhalten hat.

Ein Buch über den Tod, mit dem Tod, aber eigentlich ein Plädoyer für das Leben!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Buchrezension: „Die Stadt der verschwundenen Köche“ von Gregor Weber

Heute möchte ich euch gerne „Die Stadt der verschwundenen Köche“ von Gregor Weber näher vorstellen.

 Autor: Gregor Weber

Paperback, Klappenbroschur, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8135-0605-1
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Knaus

Der Inhalt: (Quelle: Knaus Verlag)

Ein Roman über Freundschaft, Liebe und die pure Lust am Essen

Endlich: Erfolgsautor Gregor Weber („Kochen ist Krieg“) kehrt zurück in die Küche, aber anders als gedacht! In seinem neuen Roman, einer rasanten Mischung aus Retro-Science-Fiction à la Jules Verne, Steampunk und märchenhafter Parallelwelt, erzählt er mit überbordender Fantasie von Intrigen und Gaunereien in einer Welt, in der Kochen eigentlich verboten ist, Köche aber mit Gold aufgewogen werden. Atemlos verfolgt der Leser die Abenteuer von Carl Juniper, der sich nach einem Schiffsbruch vor Kap Hoorn in einer fremden Welt wiederfindet…

Meine Meinung:

In „Die Stadt der verschwundenen Köche“ erzählt der Erfolgsautor Gregor Weber die Geschichte von Carl Juniper, der Koch auf einen Luxusdampfer ist und sich durch die Hafenkneipen trinkt und sämtliche Bordelle in zahlreichen Ländern besucht. Eines Tages erleidet er plötzlich Schiffbruch und als er erwacht, findet er sich in einer fremden und düsteren Welt wieder, wo jegliche Lebensfreude und Genuss nicht existieren darf. Die Menschen arbeiten den ganzen Tag sehr hart und ernähren sich von Pillen, denn anderes Essen ist in dieser Gesellschaft strengstens untersagt und das Kochen ist strikt verboten. Es existieren jedoch geheime Küchen, wo Untergrund-Köche ihr gefährlichen Handwerk ausüben und dabei ihr Leben riskieren. Carl Juniper wird solch ein Untergrund- Koch und findet in der verbotenen Küche, neue Freunde und seine große Liebe, doch dann ändert sich sein Leben wieder drastisch…

Die Idee von einer Welt, wo das Essen und jeglicher Genuss verboten wird, hat mich Anfangs sehr gereizt, denn ich kann mir eine solche, trostlose Welt nicht vorstellen. Dies war auch der Grund, dass ich das Buch gelesen habe, denn ich wollte unbedingt erfahren, was dahinter steckt und warum es vom System verboten ist, dass man keine Nahrung zu sich nehmen darf und auch sonstige Freunde unterbunden wird. Ich stelle mir diese Welt sehr düster und grau vor und möchte in solch einer trostlosen Welt auch nicht leben.

Das Cover hat diesen Reiz zusätzlich noch verstärkt, denn das Buch ist in dunkel-blau-, schwarz- und grau-Tönen gehalten und macht einen düsteren Eindruck. Im Mittelpunkt des Bildes steht eine riesige, altmodische und dampfende Küche, die mich an eine Eisenbahn-Küche erinnert.

Auch die Idee von Untergrund-Köchen, die eigentlich nicht existieren dürfen, da kochen strengstens verboten ist und die Vorstellung von geheime Küchen, wo Essen zubereitet wird, fand ich interessant. Ich habe mich gefragt, wie diese Küchen unentdeckt bleiben können, wenn der Geruch von den Gerichten in der Luft liegt? Für wen wird dieses Essen zubereitet, wenn die Menschen keine andere Nahrung, außer den Pillen kennen? Wo kommen die Lebensmittel her?

Viele Fragen stellten sich mir also schon vorab und ich war gespannt, wie der Inhalt der Geschichte umgesetzt werden würde. Der Schreibstil des Autors hat mir zu Beginn noch gut gefallen, denn er hat viele Einzelheiten im Dunkeln gelassen, doch leider hat mir dies im Laufe der Geschichte überhaupt nicht mehr gefallen, da ich mir diese andere Welt gar nicht vorstellen konnte. Dies fand ich sehr Schade und man hat nicht wirklich etwas über die andere Gesellschaft und das System erfahren und auch viele Fragen, die ich mir gestellt habe, wurden überhaupt nicht beantwortet. Ich mag es eigentlich, wenn man zum Selbst denken animiert wird, jedoch waren einige Zusammenhänge nicht ganz logisch und die Geschichte war für mich nicht schlüssig.

Zu Beginn der Geschichte habe ich zudem noch gedacht,dass es in der anderen Welt überhaupt keine Frauen geben würde, da diese am Anfang, so gut wie gar nicht auftauchen. Doch dann plötzlich gibt es diese eine Frau, die alles verkörpert, was Männerfantasien höher schlagen lässt und natürlich verliebt sich unser Schiffskoch in sie.  Dies hat mir überhaupt nicht gefallen, denn die anderen Charaktere bis auf die Hauptfigur Carl Juniper wurden so in den Schatten gestellt, dass man überhaupt nichts über sie erfährt. Die Charaktere wirken blass und unnatürlich und man kann sich in keine Figur richtig hineinversetzen. Leider wurden hier keinerlei Emotionen geweckt und es hat mir keinen Spaß gemacht die Geschichte weiterzulesen. Ich habe mich durch die Seiten gequält, denn die Geschichte hatte zudem etlich Längen. Der Schluss wurde dann richtig spannend und dann kam plötzlich der Knall und die Geschichte war zu Ende.

Fazit: Die Grundidee von einer Welt, wo es keinen Genuss geben darf und in der Essen und das Kochen verboten ist, ist wirklich gut und weckt die Neugier.Es hapert hier jedoch an der Umsetzung. Leider war mir die Geschichte viel zu flach und ich konnte mich in die Charaktere überhaupt nicht hineinversetzten. Viele Fragen blieben offen und leider hatte die Geschichte auch etlich Längen und  ich konnte mir die andere Welt überhaupt nicht vorstellen, zudem wurden viele Fragen nicht beantwortet und die Handlung war oft schwammig und an einigen Stellen auch nicht logisch. Die Geschichte war für mich einfach zu schwach und hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Sorry! 😦

Meine Bewertung:

( von ♥♥♥♥♥)

Für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares möchte ich mich ganz herzlich beim Knaus Verlag und bei LovelyBooks bedanken. Vielen Dank. ❤

Buchrezension „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky

Heute möchte ich euch gerne „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-462-04802-5

Erschienen am: 17.08.2015
160 Seiten, gebunden

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Preis: 16,00 € (D)

Der Inhalt (Quelle: Kiepenheuer & Witsch):

Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben im Niemandsland auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung. Auf kleinem Raum gelingt Alina Bronsky voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz eine märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige Geschichte.

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, die bleiben länger im Gedächtnis und bleiben dort schließlich auch haften. „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky ist solch ein Buch, woran ich mich noch lange Zeit zurückerinnern werde, da es mich sehr beeindruckt hat.

Es ist jetzt Wochen her, wo ich dieses Buch gelesen habe und ich habe dieses Buch wirklich schnell, auf einer Zugfahrt von Bergheim nach Wesel gelesen, die ungefähr 3 Stunden gedauert hat. Die Geschichte rund um die Hauptfigur „Baba Dunja“ kommt zunächst ruhig und heimelig daher, zeigt aber die harte Realität, die die Dorfbewohner des kleinen Ortes Tschernowo, was übrigens bei Tschernobyl liegt, tagtäglich ausgesetzt sind.

“ Was bedeutet Heimat?“ Um diese Frage dreht sich alles im Roman von Alina Bronsky und man fragt sich unweigerlich, ob man ebenfalls in einem Dorf leben könnte, wo alles verstrahlt ist und es in der näheren Umgebung nichts mehr gibt. Dieser Ort wird gemieden, da er als gefährlich gilt. Aber warum kehrt man an diesen Ort zurück, so abgeschnitten von der Außenwelt und lässt einen Teil der Familie in der sicheren Welt zurück? Warum möchte man allein leben, wenn man gemeinsam mit der Familie leben könnte? Ich wüsste nicht, ob ich dies könnte, aber die Hauptfigur „Baba Dunja“ führt genau solch ein hartes Leben und ist dabei glücklich. Und genau dies ist auch die Antwort, die Dorfbewohner, die im verlassenen Ort Tschernow leben, sind freiwillig dorthin zurückgekehrt und sind alle glücklich, obwohl sie alt und krank sind.

Um glücklich zu sein bedarf es keinen Luxus, wenn man ein einfaches Leben führt, schätzt man die einfachen Dinge des Alltages und freut sich über Kleinigkeiten.

Die Menschen im Dorf, die Baba Dunja als ihre „Anführerin“ gewählt haben, leben ein zufriedenes Leben. Eines Tages jedoch kommt ein Fremder ins Dorf und löst dort eine dunkle Unruhe aus, die das Dorfleben drastisch verändern wird. Die Abgründe der Menschen werden nun sichtbar und auch für Baba Dunja verändert sich ihr Leben drastisch und in ihrer eigenen Familie tun sich tiefe Abgründe auf.

Der Erzählstil in „Baba Dunjas letzte Liebe“ kommt leise und mit einer guten Prise schwarzen Humor daher. Die Wortwahl ist derweil poetisch und kommt oft märchenhaft daher. Der Inhalt ist sehr kraftvoll und beantwortet Fragen, die nicht ausgesprochen werden, man die Antwort darauf aber selbst findet. Ein richtig toller Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, da er absolut lesenswert ist.

Fazit: 

Ein kraftvolles Buch, welches sich mit der Thematik „Heimat“ beschäftigt und durch den ruhigen und ausgeglichenen Erzählstil ohne viel Schnickschnack auskommt. Die Inhaltliche Thematik und der poetische, oft märchenhafte Schreibstil, der mit einer Prise schwarzen Humor versehen ist, konnte mich absolut überzeugen. „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky wird mir noch lange in guter Erinnerung im Gedächtnis bleiben.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ (von: ♥♥♥♥♥)

Buchrezension: „Wer ist Mr Satoshi“ von Jonathan Lee

Heute möchte ich euch gerne den Roman „Wer ist Mr Satoshi“ von Jonathan Lee näher vorstellen.

Originaltitel: Who is Mr Satoshi?
Originalverlag: Heinemann
Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75386-4
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50 * (* empf. VK-Preis)

Verlag: btb

Der Inhalt (Quelle: btb Verlag):

»Dieses Päckchen ist für Mr Satoshi. Wenn wir seine Adresse herausfinden.« So lauten die letzten Worte von Foss’ Mutter, während sie liebevoll einen abgeschabten Schuhkarton tätschelt. Und so entschließt sich der von Panikattacken heimgesuchte Fotograf, den rätselhaften Mr. Satoshi zu finden. Seine Reise führt ihn in die ebenso schrille wie geheimnisvolle Welt Japans. Bei seiner Suche entdeckt Foss, dass die Vergangenheit seiner Mutter mit einem herzzerreißenden Ereignis im Jahr 1946 verbunden ist. Aber weshalb will keiner darüber reden? Unterstützt von der pinkhaarigen Chiyoko deckt Foss die Lebens- und Liebeslügen seiner Eltern auf – und kommt der Frage, was im Leben wirklich zählt, ein ganzes Stück näher.

Meine Meinung:

Wenn ich an Japan denke, dann denke ich zunächst an bunte Lichter, an Reklame, überfüllte U-Bahnen, Tempel, Gärten, Tee und an eine faszinierende Kultur und auch das Buchcover von „Wer ist Mr Satoshi“ hat solch eine faszinierende Anziehungskraft auf mich gehabt, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte und ich richtig neugierig auf den Inhalt des Buches gemacht wurde.

Das Cover ist ganz schlicht und klassisch in weiß gehalten. In der Mitte befindet sich ein roter Punkt. Wie man unschwer erkennen kann, spiegelt sich hier die Japanische Flagge wieder. Im unteren Bereich des Covers sieht man eine in schwarz gehaltene, japanische Landschaft, die wie ein japanischer Garten aussieht. Auf einer Brücke inmitten dieses Gartens stehen zwei Personen, die man nicht erkennen kann. Das Cover wirkt sehr geheimnisvoll, da die Personen im Schatten stehen und man diese nicht erkennen kann und auch die Geschichte von „Wer ist Mr Satoshi“ ist sehr rätselhaft und mit einem Geheimnis versehen.

Im Mittelpunkt der Handlungen steht Robert Fossick, ein Fotograf, der von seinen Mitmenschen einfach nur Foss genannt wird. Seit einem traumatischen Erlebnis ist Robert Tablettenabhängig und meidet seine Umwelt und lebt ziemlich zurückgezogen und spürt auch kein Verlagen mehr danach seinen Beruf auszuführen. Einzig allein, um seine demenzkranke Mutter kümmert er sich. Eines Tages besucht er seine Mutter abermals im Seniorenheim und dort zeigt sie ihm unverhofft, ein mysteriöses Paket, welches unbedingt an einen „Mr Satoshi“ übergeben werden solle. Der Haken an der Sache sei, dass die Adresse nicht mehr aktuell ist und die richtige Adresse  erst noch herausgefunden werden müsse.

Kurz nach diesem Vorfall verstirbt Roberts Mutter plötzlich und Robert fragt sich nun, warum dieses Paket so wichtig für seine Mutter gewesen ist? Robert stellt sich etliche Fragen darüber und findet doch keine Antworten darauf. „Und wer ist dieser Mr Satoshi überhaupt?“ und „was hat seine Mutter damit zu tun?“

Die Neugierde siegt letztendlich und Robert macht sich auf den weiten Weg nach Japan um das Paket den besagten Mr. Satoshi zu überreichen.

Mehr werde ich an dieser Stelle nicht über den Inhalt verraten, denn man sollte diesen Roman unbedingt selber lesen! Es wird sich lohnen, versprochen! 😉

Der Schreibstil des Autors Jonathan Lee ist sehr durchdacht und die Geschichte gut konstruiert. Jonathan Lee spielt mit Worten und untermalt diese durch starke Bilder. Ich mag seine bildhafte Sprache und finde die Abgründe der menschlichen Psyche faszinierend, die er uns aufzeigt. Der Inhalt war sehr spannend und kurzweilig und ich fühlte mich bestens unterhalten.

Fazit:

Ein intelligent geschriebener Roman, voller Spannung, der bis in die Tiefen der menschlichen Psyche führen wird und mit starken Bildern glänzt. Bitte unbedingt lesen! 😉

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares möchte ich mich ganz herzlich beim btb Verlag bedanken! ❤

Buchrezension „Das geheime Prinzip der Liebe“ von Hélène Grémillon

Heute möchte ich euch „Das geheime Prinzip der Liebe“ von Hélène Grémillon näher vorstellen.

 ISBN: 978-3-455-40096-0

Orginaltitel: Le confident
Belletristik
Einband:Schutzumschlag

256 Seiten

Erscheinungsdatum:17.02.2012
Übersetzung:Claudia Steinitz
Preis: 19,99€

Der Inhalt (Quelle: Hoffman und Campe):

Paris, 1975. Camilles Mutter ist bei einem Autounfall gestorben. Unter den Beileidsschreiben findet Camille einen rätselhaften Brief von einem Unbekannten, der die Geschichte einer jungen Frau erzählt: von Annie, der großen Liebe des Verfassers. Camille glaubt an eine Verwechslung, doch in den nächsten Tagen kommen weitere Briefe. Sie erzählen von der jungen Malerin Annie und ihrer wohlhabenden Gönnerin, die
seit langem vergeblich versucht, schwanger zu werden. Aus Dankbarkeit erklärt sich Annie bereit, ein Kind für sie zu empfangen und zur Welt zu bringen. Doch was gut gemeint war, wird bald zur Quelle von Eifersucht, Misstrauen und Hass, und irgendwann ist Annie spurlos verschwunden … Camille begreift
allmählich, dass diese Geschichte aus den Briefen weit mehr mit ihr zu tun hat, als ihr lieb ist.

Meine Meinung:

Wenn man zunächst den Titel „Das geheime Prinzip der Liebe“ hört, könnte man denken, es handelt sich hierbei um eine zart besaitete Liebesgeschichte. Doch der erste Eindruck trügt! In ihrem Debütroman erzählt die französische Autorin Hélène Grémillon keinesfalls eine zuckersüße Geschichte, sondern vielmehr handelt es sich hierbei um eine Tragödie, die sich mit dem Thema Leihmutterschaft in den späten dreißiger Jahren in Frankreich beschäftigt.

Die Geschichte handelt von zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Annie ist eine junge und künstlerisch talentierte Frau, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Die Pariserin Madame M. hingegen, ist eine lebenserfahrene und gebildete Frau, die in wohlhabenden Kreisen verkehrt. Ungeachtet ihrer Verschiedenheit, finden die Frauen zueinander und daraus bildet sich eine tiefe Freundschaft. Die starke Verbundenheit, die beide verbindet, bringt Annie dazu, dass sie ihrer Gefährtin einen Herzenswunsch erfüllen möchte, sie möchte das Kind für Madame M. austragen. Doch der Krieg rückt immer näher und zwischen den beiden Frauen ändert sich emotional etwas – und dies auf drastische Art und Weise. –

Was einst Freundschaft war, schlägt nun in tiefen Hass um.

Geschickt verbunden wird die Geschichte durch eine weitere Erzählung, die in den 1970er Jahren spielt und von der Verlagsdirektorin Camille handelt, die um ihre verstorbene Mutter trauert. Unmittelbar nach dem Tod ihrer geliebten Mutter, werden Camille absenderlose Briefe zugestellt, wo eine fremde Person ihr die Geschichte seiner großen Liebe Annie erzählt. Camille hält dies zunächst für ein großes Missverständnis, doch allmählich begreift sie, dass die Geschichte aus den Briefen weit mehr mit ihr zu tun hat, als ihr lieb ist.

Ich muss zugeben, dass mir der Debütroman von Hélène Grémillon überaus gut gefallen hat. Besonders der ständige Perspektivwechsel der Geschichte hat mich begeistert. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Camille, dem unbekannten Absender der Briefe und Madame M. geschildert. Dadurch erhält man jeweils einen anderen Blick auf die Geschichte und nimmt ständig andere Emotionen und Denkweisen wahr. Zusätzlich wird in der Geschichte eine kontinuierlich und gute Spannung aufgebaut, die dazu führt, dass man immer weiter in die Geschichte hineingezogen wird und gar nicht darum herum kommt, das Buch auch nur eine Sekunde aus der Hand legen zu wollen. Ebenfalls darf an dieser Stelle kurz verraten werden, dass der Schluss einfach grandios ist, denn dieser war überhaupt nicht vorhersehbar, was ich an guten Geschichten sehr schätze. ♥

Die Charaktere durchlaufen zudem eine emotionale Entwicklung. Die Autorin beschreibt hier sehr realitätsnah, wie Gefühle und Menschen sich verändern und wie sich Liebe und Freundschaft entwickeln und wie aus Freundschaft, tiefer Hass werden kann. Der Schreibstil ist hier sehr authentisch und abwechslungsreich und man konnte sich gut in die Geschichte einfühlen.

Fazit:

Ein spannender und abwechslungsreicher Roman, der sich mit den emotionalen Abgründen beschäftigt und mich sehr gut unterhalten hat. Ich freue mich auf weitere, tolle Bücher von Hélène Grémillon.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Buchrezension „Der Architekt des Sultans“ von Elif Shafak

Heute möchte ich euch gerne „Der Architekt des Sultans“ von Elif Shafak näher vorstellen.

Original: The Architect’s Apprentice

Aus dem Englischen von Michaela Grabinger
Hardcover
Format: 11,6 x 18,5 cm, 656 Seiten
ISBN: 978-3-0369-5715-9

Verlag: KEIN & ABER

24,90 EUR

Der Inhalt (Quelle: KEIN & ABER):

Es ist einfacher, eine Brücke einzureißen, als eine zu bauen. Istanbul im 16. Jahrhundert. Es ist die Blütezeit des Osmanischen Reichs, die Stadt das wimmelnde Zentrum des Orients, als Jahan auf einem Schiff im Hafen anlegt. Aus dem fernen Indien angereist, führt er einen weißen Elefanten mit sich, ein Geschenk seines Schahs für die Menagerie des Sultanspalasts. So beginnt ein episches Abenteuer, in dem sich der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Junge plötzlich im Herzen des mächtigen Reichs wiederfindet, inmitten des Prunks und des Reichtums. Ihm begegnen hinterlistige Höflinge, falsche Freunde, Zigeuner, Tierbändiger und die schöne Prinzessin Mihrimah. Doch es ist die Begegnung mit dem Hofarchitekten Sinan – dem berühmtesten Baumeister der islamischen Welt –, welche Jahans Schicksal für immer verändern wird. Gemeinsam bauen sie Moscheen und Paläste, Mausoleen und Aquädukte, die alle Zeiten überdauern sollen. Doch hinter Jahans neuem Glück lauern Intrigen und Kriege, deren Zerstörungswut größer scheint als alles Bestreben, Neues zu schaffen.

Meine Meinung:

Elif Shafak führt mit ihrem neuen Werk „Der Architekt des Sultans“ durch eine andere, längst vergessene Welt.

Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert des Osmanischen Reiches in Istanbul. Zu dieser Zeit wurde diese Stadt als kultureller Mittelpunkt der Welt angesehen und noch heute begeistert die Stadt durch ihre architektonischen Prachtbauten.

Genau zu dieser Zeit, kommt der Hauptprotagonist Jahan, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt, nach istanbul.

Bei sich hat der Junge einen weißen Elefanten mit Namen Chota, der ein Geschenk seines Schahs für die Menagerie des Sultans ist. Von nun an arbeitet Jahan als Mahut des Elefanten in der höfischen Tierhaltung des Sultans und kümmert sich um das Wohlergehen des kostbaren Tieres.

Das Leben rund um den Palast und der  dazugehörigen Menagerie ist für Jahan alles andere als einfach, denn so trifft der Junge immerfort auf Personen, vor denen er sich in Acht nehmen muss.

Neben diesen Personen begegnet Jahan aber auch der wunderschönen Prinzessin Mihrimah, die einen besonderen Platz in seinem Herzen einnehmen wird. Doch einzig die Begegnung mit dem berühmten Baumeister Sinan, der ihn später als Schüler aufnimmt, wird sein Leben grundlegend verändern.

Mir hat die Geschichte rund um Jahan, den Mahut des Elefanten und Schüler von Sinan, den berühmten Baumeister des Osmanischen Reiches, sehr gut gefallen. Elif Shafak erweckt in ihrem historischen Roman die Blütezeit Istanbuls wieder zum Leben. Ich fühlte mich in eine andere Zeit und Kultur zurückversetzt und sah das Istanbul der damaligen Zeit bildlich vor mir. Der Erzählstil der Geschichte ist sehr märchenhaft und wird durch viele Bilder und Metaphern ausgeschmückt. Der Schreibstil ist hier sehr poetisch und leicht wie eine zarte Blüte. Der Inhalt ist indessen aber alles andere als lieblich. Shafak beschreibt die damalige Zeit sehr detailliert und macht hier auch vor Kriegen, Krankheiten und Verbrechen nicht halt. Auch das harte Leben von Jahan, der oft in Schwierigkeiten gerät und auf Personen trifft, die ihm nicht gut gesonnen ist, wird hier sehr ausführlich beschrieben. Auch seine Gefühlswelt und Entwicklung wird mit Sorgfalt beleuchtet, so dass man sich der Figur Jahan sehr verbunden fühlt. Ich habe mit dieser Figur mitgefühlt und ihre Entwicklung dadurch auch hautnah miterlebt. Als Beobachter der einzelnen Szenen, habe ich sofort in die Geschichte hineingefunden und wurde durch den Erzählstil der Autorin in eine andere Welt mitgenommen. Ich hatte das Gefühl, dass ich diese Welt aus dem Blickwinkel der einzelnen Personen und Tiere verstehen konnte und so hat die Autorin es geschafft die damalige Zeit für mich wiederaufleben und ein Stück mitzuerleben zu lassen. Die Autorin hat sich beim Schreiben der Geschichte von historischen Ereignissen und realen Menschen leiten und inspirieren lassen, dabei aber einen eigenen Zeitrahmen, dem Erzähltempo zuliebe, erschaffen, was die Geschichte, auch wenn diese rein fiktiv ist, lebendig gemacht hat.

Zwischenzeitlich gab es einzelne Szenen, die sich für mich etwas lang gezogen haben, aber durch das wohlproportionierte Ende, was eine gute Spannung erzielte und einige Fäden der Geschichte zusammenlaufen ließ, wurde dies wieder wettgemacht. „Der Architekt des Sultans“ ist eine wunderbare, märchenhafte Geschichte, die mich in die Blütezeit Istanbuls zurückversetzt hat und durch den beeindruckenden, bildhaften und poetischen Erzählstil der Autorin, absolut lesenswert ist.

Meine Bewertung:

♥♥♥♥ ( von ♥♥♥♥♥)

Ganz herzlich möchte ich mich beim Verlag KEIN & ABER und bei LovelyBooks für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplare und für die tolle Leserunde zum Buch bedanken. Vielen Dank!